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Erhaltung von Milchzähnen

Englisch: preservation of milk teeth

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Unter dem Gesichtspunkt einer optimalen Ausbildung des bleibenden Gebisses eine der wichtigsten zahnärztlichen Maßnahmen im Milchzahngebiss. Weltweite Untersuchungen belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Karies im Milch- und bleibenden Gebiss: Finden sich mehr als zwei kariöse Stellen an den zweiten Backenzähnen des Milchgebisses, erhöht sich die Kariesgefahr für die bleibenden Zähne der Betroffenen beträchtlich. Frühzeitiger Milchzahnverlust - fast immer durch mangelnde Mundhygiene und falsche Ernährung bzw. Essgewohnheiten bedingt - führt zu vielfältigen Schädigungen im bleibenden Gebiss: Platzhalterfunktion der Milchzähne: Das Fehlen oder eine erhebliche Zerstörung einzelner Milchbackenzähne bewirkt, dass die ersten bleibenden Zähne in den freien Raum durchbrechen und so den erst später durchbrechenden Zähnen den Weg verschließen (s. Abb. oben). Aus Platzmangel erfolgt nun ein Durchbruch meist außen oder innen von der regulären Zahnreihe, bzw. die bleibenden Zähne bleiben ganz im Kiefer liegen (Retention). Es kommt zu sog. Engständen dadurch, dass die Platzhalterfunktion der Milchzähne verloren gegangen ist. Verlust der Stützzone: Gehen mehrere Milchbackenzähne (Molaren) verloren, so ergibt sich folgendes: Der Unterkiefer nähert sich dem Oberkiefer und verlagert sich nach hinten, die unteren Schneidezähne beißen in den Gaumen hinter - und nicht auf - die oberen Schneidezähne und drücken diese nach außen, welche dadurch bedingt auf die Unterlippe beißen. Es entsteht im Profil ein "fliehendes Gesicht", das sog. Vogel- oder Rückgesicht. Trotz der insgesamt rückläufigen Anzahl kariöser Läsionen bei Kindern gibt es eine Gruppe von Kindern mit überdurchschnittlich hohem Kariesbefall. Die Behandlung dieser "Problemkinder" muss innerhalb mehrerer oder sehr langer Sitzungen erfolgen, was häufig nicht toleriert wird bzw. durchführbar ist. Eine Alternative stellt die umfassende, einzeitige Therapie in Allgemeinnarkose dar. Anschließend müssen aber unbedingt andere Therapiemaßnahmen ergriffen werden (Ernährungslenkung, Mundhygiene, Angstabbau), da zahnärztliche Behandlungen nicht zeitlebens in Allgemeinanästhesie erfolgen können. Die früher vertretene Auffassung, dass Milchzähne nicht einer Caries profunda -Behandlung zugänglich seien, wird in jüngerer Zeit nicht mehr vertreten, da auch die Odontoblasten der Milchzahnpulpa zu Reparaturmaßnahmen fähig sind. Die Erhaltung von Milchzähnen spielt in D nach Meinung von Experten noch immer (2007) eine untergeordnete Rolle: Obwohl ein allgemeiner Kariesrückgang bei Kindern und Erwachsenen zu beobachten ist, bleibt der Sanierungsgrad im Milchgebiss unbefriedigend. Dabei liegt der Anteil unversorgter Karieserkrankungen umso höher, je jünger die kleinen Patienten sind. 12 Tipps zur Babyzahnpflege, Behandlung von Milchzähnen, ECC (frühe Milchzahnkaries), Carisolv, Engstand, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Ernährungsempfehlungen, Fissurenversiegelung, FU-Positionen, HealOzone, kieferorthopädische Frühbehandlung, Kinderkrone, konfektionierte Milchzahnkrone, Kinderprothese, Milchzahnverlust, vorzeitiger, Mundkeil, Nursing-Bottle-Syndrom, Platzhalter, primär-primär-Prophylaxe, QuickTimeTrance Special: Kinderzähne (Fremdlink auf [ZahnWissen]) " Berlin, 17. Januar 2019 – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen für Kinder ausgeweitet und die Angebote altersgruppenspezifisch neu strukturiert. Mit dem Ziel, das Auftreten von frühkindlicher Karies zu verringern, werden erstmals auch Kleinkinder unter drei Jahren einbezogen. Die Neufassung der Richtlinie zur zahnärztlichen Früherkennung bei Kindern wurde am Donnerstag in Berlin beschlossen. " Änderungen ab 2019 (in Kraft treten zum 1.7.2019 geplant) Video: Gesunde Kinderzähne http://www.kinderzahnheilkunde-online.de/, Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund Platzmangel für die nachfolgenden bleibenden Zähne durch frühzeitigen Milchzahn-Verlust Verlust der Stützzonen und Absenkung des Bisses durch frühzeitigen Verlust der Milchmolaren Erhaltung von zwei Milch-Backenzähnen durch "Kinderkronen"