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Kinderprothese

Synonym: herausnehmbarer Zahnersatz bei Kindern · Englisch: child(ren) prothesis

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Kinderprothese zur ästhetischen, funktionellen und phonetischen Wiederherstellung bei frühzeitigem Milchzahnverlust oder bei Vorliegen einer angeborenen Zahnunterzahl. Es handelt sich um eine selten durchgeführte Behandlung zur Versorgung eines Lückengebisses im Kindesalter, das durch kariöse Kronenzerstörung, traumatischen Zahnverlust oder Nichtanlage von Zähnen entstanden ist (Lückenhalter). Prothetische Maßnahmen im Kindesalter lassen sich in der Regel jedoch erst dann realisieren, wenn sie sowohl vom kleinen Patienten als auch von der elterlichen Bezugsperson gewünscht werden. Neben der besonders schwierigen Eingewöhnung bei Kindern stellen vor allem zahntechnische Gründe Probleme dar, die den Halt des Zahnersatzes am Restgebiss betreffen können. Als Halteelemente werden häufig Konstruktionen aus der Kieferorthopädie (z. B. Adamsklammern, Knopfanker, Federn und Dreiecksklammern) verwendet.

In diesem Zusammenhang ist eine Studie von WETZEL, W.E., JORDAN, N., BEHRENDT, A., MÜLLER-LESSMANN, V. aus dem Jahr 2000 interessant: "... An der mittels getrennter Fragebögen durchgeführten Erhebung beteiligten sich 40 Eltern und 32 Kinder mit sowie 46 Eltern und 23 Kinder ohne temporären Zahnersatz. Aus Sicht der Eltern gewöhnten sich 70% der Kinder problemlos an das Tragen des Zahnersatzes, und 63% der Kinder der Vergleichsgruppe gewöhnten sich an das Lückengebiss ohne Zahnersatz. Für die Kinder mit Zahnersatz vermerkten die Eltern eine Besserung des Allgemeinbefindens (65%), besseres Kauen (70%), besseres Aussehen (77,5%) und besseres Sprechen (57,5%); die Vergleichswerte lagen in gleicher Reihenfolge bei 43,5%, 21,7%, 32,6% und 2,2%. Negative Reaktionen dritter Personen auf die Mundsituation nach der Behandlung wurden von 9,4% der Kinder mit Zahnersatz und 52,2% der Kinder ohne Zahnersatz berichtet. Beim Eltern-Kind-Vergleich fiel besonders auf, dass für die Gruppe mit Zahnersatz 70% der Eltern und nur 18,7% der Kinder weniger Zahn-/Mundbeschwerden als vor der Eingliederung des Zahnersatzes angaben (p < 0,001). Aus den Ergebnissen lässt sich folgern, dass die Versorgung mit temporärem Zahnersatz überwiegend vorteilhaft für die oralen Funktionen ist, sowohl aus Sicht der Eltern als auch der Kinder. Trotzdem empfindet die Mehrzahl der Jungen und Mädchen mit Zahnersatz die Mundsituation belastender als die Eltern dies für ihre Kinder einschätzen."