Retention
Synonym: Zurückhalten
Retention ist ein Begriff, der in der Medizin vielfältig verwendet wird. In der Zahnheilkunde wird er hauptsächlich für folgende Aspekte genutzt: Nichtdurchbruch eines Zahnes, wenn dessen Durchbruchszeit erheblich verzögert ist und klinische oder radiologische Anzeichen darauf hinweisen, dass kein weiterer Durchbruch erfolgen wird. In der Regel betrifft dies Weisheitszähne, gelegentlich auch Eckzähne (Prävalenz ca. 3 %, häufig in palatinaler Lage) oder die zweiten Prämolaren. Diese Zähne können vollständig (retiniert, "komplette Retention") oder teilweise (teilretiniert, "partielle Retention") im Kieferknochen verbleiben. Häufige Ursachen sind Platzmangel oder eine falsche Achsrichtung des Zahnkeims (Impaktion). Eine primäre Retention beschreibt das Ausbleiben der Eruption eines normal positionierten und entwickelten Zahnkeims ohne physikalisches Hindernis. Verankerung einer Füllung im Zahn wird durch gezielte Präparation erreicht, etwa durch das Schaffen einer Retentionsform (unter sich gehende Präparation) oder einer Krone auf dem Zahnstumpf. Hierbei gelten Konvergenzwinkel von etwa 6–10° als klinisch optimal; bei Winkeln über 20° ist praktisch keine Eigenretention mehr gegeben. Die Retention kann makromechanisch durch entsprechende Präparation, wie etwa durch Amalgam-Pins, Befestigungszement, Black-Kavitätenpräparation, Kastenpräparation oder Stifte, erzielt werden, oder mikromechanisch durch chemische Haftvermittler (Adhäsivtechnik). Bei zweiflächigen Füllungen ist zudem auf die sogenannte Kippstabilität (z. B. Schwalbenschwanz-Präparation) zu achten. Halteeigenschaften von Teil- oder Vollprothesen werden durch Retentionselemente (Halteelemente) gewährleistet. Fixierung eines kieferorthopädisch umgeformten Kiefers erfolgt in der Retentionsphase durch spezielle Geräte, wie beispielsweise Retainer. Haftung von Verblendkunststoffen auf einer metallischen Unterlage wird durch Retentionsperlen verbessert.
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