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Gaumennahterweiterung

Synonym: forcierte, GNE, Gaumennahtsprengung, Nahtsprengung · Englisch: rapid maxillary expansion, palatal expansion, separation of the maxilla

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

kieferorthopädisches - und ab einem Alter von etwa 15-16 Jahren kombiniert kieferorthopädisch-chirurgisches - Behandeln bei einem in transversaler Ebene zu engen Oberkiefer. Als "Vater dieser Methode" (founding father) gilt der US-Amerikaner Emerson C. Angell (22-1903), welcher seinerzeit die gleichnamige Schraubspindel entwickelte. Mit einer speziellen Behandlungsapparatur (Hyrax-Schraube verbunden mit einer festen Umbänderung an den Seitenzähnen) wird die in der Mitte des Gaumens gelegene verknöcherte Gaumennaht (Sutura palatina media) "aufgesprengt" und so der Gaumen in der Breite vergrößert. Nach erfolgter Expansion muss die Apparatur noch mindestens 6 Monate zur Retention belassen werden. Weiter besteht bei einem derartig forcierten Vorgehen das Risiko von Zahnlockerungen und Zahnkippungen. Außerdem wurden Wurzelresorptionen und ein pathologischer Abbau der bukkalen Alveolarfortsatzwand und an den Verankerungszähnen beobachtet. Derartige Nachteile können z.B. mit einer direkten Fixierung der Expansionsschraube am knöchernen Gaumen vermieden werden ("implantatverankerter Distraktor"). Die chirurgisch unterstützte G. - SARME = surgically assisted rapid maxillary expansion - geht von der Tatsache aus, dass nicht die Gaumennaht, sondern maxilläre Strukturen des Gesichtsschädels als Hauptwiderstandszonen anzusehen sind. So sind von besonderer Bedeutung die "drei Gesichtspfeiler ": der fronto-maxilläre (Apertura piriformis), der zygomatico-maxilläre (Crista zygomatico-alveolaris) und der pterygo-maxilläre (Sutura pterygopalatina) Gesichtspfeiler; sie stellen die Haupthindernisse bei einer Breitenentwicklung des Oberkiefers dar. SARME stellt eine modifizierte subtotale LeFort I - Osteotomie (u.U. zusätzlich noch mit medianer Spaltung: "two or three piece maxilla") mit nachfolgender Distraktion dar. Nachteilig ist bei diesem Verfahren, dass immer nur symmetrisch erweitert wird (z.B. kann so nur ein symmetrischer Kreuzbiss behandelt werden). Eine Weiterentwicklung, die eine gezielte chirurgische Schwächung der Gesichtspfeiler durchführt, wird als GME = guided maxillary expansion bezeichnet und erlaubt eine dreidimensionale Steuerung der Oberkieferentwicklung. Als positive Nebeneffekte einer G. gelten eine Vergrößerung des Nasenvolumens (deutliche Verbesserung der Nasenatmung), eine bessere Zungenentwicklung und eine Verbesserung beim Schluckakt. Engstand, Hyrax-Schraube, Kompressionsanomalie, QuadHelix, Raphe-Median-Ebene, Schmalkiefer