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Milchzahn

Synonym: Milch(zahn)gebiss, Dens caducus, Dens deciduus., Milchzähne · Englisch: milk Tooth, deciduous tooth, primary tooth, primary dentition, deciduous dentition

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Milchzähne brechen normalerweise ab dem 6. Lebensmonat durch und sind die "ersten Zähne" des Kleinkindes. Sie haben eine viel hellere ("kreidige") Farbe als die bleibenden Zähne. Aus dieser Tatsache leitet sich auch der Name "Milchzahn" ab. Ebenso ist die Nervhöhle erheblich größer als bei den nachfolgenden Zähnen (siehe weiter unten). Auf äußerliche Fluoridierungsmaßnahmen reagieren Milchzähne genauso gut wie bleibende Zähne. Wenn die Milchzähne jedoch von Karies befallen sind, schreitet die Zerstörung schneller voran als bei bleibenden Zähnen: Im Schmelz des Milchgebisses finden sich strukturelle, histologische und biochemische Unterschiede zu den bleibenden Zähnen. Der Schmelz ist nur etwa halb so dick, prismenfrei und hat einen geringeren Mineralgehalt. Aufgrund dieser Unterschiede schreiten Entkalkungsprozesse bei Milchzähnen schneller voran. Das Milchgebiss, auch als 1. Dentition bzw. Milchzahngebiss oder temporäres Gebiss bezeichnet, besteht aus 20 Zähnen; es kennt keine "kleinen Backenzähne" (Prämolaren) und Weisheitszähne. Milchzahndurchbruch: Die ersten Zähne brechen in der Regel ab dem 6. Lebensmonat durch; die unteren Zähne brechen eher durch als die oberen. Spätere Durchbruchszeiten ("Spätzahner") – bis zu 18 Monaten – sind selten, aber in der Regel ohne Folgen für die weitere Gebissentwicklung. Die Ursachen für die Verspätung sind nicht bekannt; Fluoridgaben werden als eine Möglichkeit diskutiert. Etwa zwischen dem 6. und 13. Lebensjahr werden alle Milchzähne durch bleibende Zähne ersetzt, indem die Zahnwurzeln resorbiert werden (Ersatzzahn) bzw. das Gebiss durch zusätzliche Zähne im Backenzahnbereich ergänzt wird. Die Wurzelauflösung ("Milchzahnresorption") des Milchzahns beginnt nahe der Krone des nachfolgenden Zahns durch osteoklastenähnliche Riesenzellen – auf dem Röntgenbild entsteht der Eindruck eines "Auffressens" durch den neuen Zahn. Bei fast allen Säugetieren existieren Milchzähne (Ausnahme Delfine und Faultiere). Meerschweinchen kommen meist erst mit der 2. Dentition zur Welt. Im Vergleich zu bleibenden Zähnen ergeben sich nachfolgende Unterschiede (siehe auch nebenstehende Grafik): Der Schmelzmantel ist an keiner Stelle dicker als 1 mm; die Schmelzoberfläche ist durch eine weitgehend prismenlose Schmelzoberfläche gekennzeichnet (Schichtstärke 30–100 µm). Die Pulpakammer der Milchzähne ist relativ größer und die Pulpahörner liegen vergleichsweise exponierter. Die Schmelzprismen im Zahnhalsbereich steigen von der Schmelz-Dentin-Grenze kauflächenwärts an. Die Kauflächen der Milchmolaren sind schmaler, ihre Bukkal- und Lingualflächen divergieren in Richtung auf einen deutlich ausgeprägten zervikalen bzw. basalen Schmelzwulst; der Mineralgehalt des Milchzahnschmelzes ist geringer als bei den bleibenden Zähnen. Die Milchmolaren haben einen breiteren und flächigen Approximalkontakt. In Milchzähnen ist der vor der Geburt (pränatal) gebildete Schmelz deutlich weniger dicht mineralisiert als der postnatale Schmelzmantel. Die Wechselbeziehungsstrukturen beim Milchzahndentin sind deutlich dicker als in der bleibenden Dentition. Die Dentintubuli sind größer, das peritubuläre Dentin ist deutlich ausgeprägt und der Mineralgehalt des intertubulären Dentins ist geringer als bei den bleibenden Zähnen (permanente Dentition).