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Wechselgebiss

Synonym: Mixed Dentition, Zahnwechsel, gemischtes Gebiss · Englisch: mixed dentition

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Das Wechselgebiss bezeichnet die Übergangsphase zwischen dem Milchzahngebiss und dem bleibenden Gebiss, in der sich Zähne beider Dentitionen gleichzeitig in der Mundhöhle befinden. Diese Phase erstreckt sich typischerweise vom 5. bis zum 14. Lebensjahr und verläuft in mehreren Etappen.

Phasen des Zahnwechsels:

  1. Erste Zahnwechsel-Etappe (5–9 Jahre):
  • Durchbruch des ersten bleibenden Molaren (Sechsjahrmolar, zweite physiologische Bisshebung).
  • Durchbruch der mittleren Schneidezähne (zuerst im Unterkiefer, dann im Oberkiefer).
  • Nach einer kurzen Pause folgt der Durchbruch der seitlichen Schneidezähne.
  • Wechselpause: Eine Ruhephase im Zahnwechsel.
  1. Zweite Zahnwechsel-Etappe:
  • Zunächst Wechsel der ersten Prämolaren (zuerst im Oberkiefer), dann des unteren Eckzahns und des ersten unteren Prämolaren.
  • Anschließend Durchbruch der zweiten Prämolaren und oberen Eckzähne.
  • Durchbruch des zweiten Molaren (Zwölfjahrmolar, dritte physiologische Bisshebung).
  • Bis zum 14. Lebensjahr sollten alle bleibenden Zähne – außer den Weisheitszähnen – durchgebrochen sein.
  1. Dritte Zahnwechsel-Etappe (17–25 Jahre):
  • Durchbruch des dritten Molaren (Weisheitszahn), vierte physiologische Bisshebung.

Biologische Grundlagen des Zahnwechsels: Der Mensch durchläuft im Leben zwei Dentitionen (Zahngenerationen), ein System, das als Dyphyodontie bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu zeigen viele Wirbeltiere eine Polyphyodontie, bei der Zähne kontinuierlich ersetzt werden.

Kariesanfälligkeit im Wechselgebiss: Das Wechselgebiss gilt als besonders anfällig für Karies, bedingt durch:

  • Unvollständige Mineralisation (Schmelzreifung) der neu durchbrechenden Zähne.
  • Reduzierte Kaubelastung, da die neuen Zahnkronen noch nicht vollständig in die Okklusion eingegliedert sind und damit weniger mechanische Selbstreinigung erfolgt.
  • Kariöse Milchzähne als Infektionsreservoir, die Kariesbakterien auf die empfindlichen bleibenden Zähne übertragen können.

Besonders betroffen ist der erste bleibende Molar (Sechsjahrmolar), der häufig kariös wird und zu den am häufigsten gefüllten Zähnen gehört.

Prävention: Um die Kariesanfälligkeit während des Zahnwechsels zu reduzieren, werden präventive Maßnahmen wie: