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Kariesbakterien

Englisch: caries bacteria

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Kariesbakterien: Fast alle Karies verursachenden Bakterien sind Milchsäurebildner. In der Mundhöhle des Menschen gilt Streptococcus mutans als das „Haupt-Karies-Bakterium“, gefolgt von den Laktobazillen und (wissenschaftlich noch wenig erforschten) Candida-Pilzen. Weiterhin werden bestimmte Fusobakterien und Spirochäten als Kariesauslöser bezeichnet. Schätzungsweise stehen etwa 30–40 Bakterienarten, von denen die meisten noch nicht bekannt sind, mit Karies im Zusammenhang. Je höher die Stoffwechselaktivität dieser und anderer Bakterien ist, desto größer ist ihr Potenzial, Karieserkrankungen (Läsionen) zu verursachen. Deshalb gilt: die Stoffwechselaktivität, nicht die Anzahl der Keime, wird als Maß für das Kariespotenzial angesehen. Hinzu kommt, wie gut sich Bakterien in Biofilmen organisieren können. Auch hier hat Streptococcus mutans aufgrund seiner „Klebrigkeit“ eindeutig einen Vorteil.

Bei der Kariesentstehung läuft grob folgendes ab: Bakterien setzen mithilfe von Enzymen Zucker zu Energie um. Als Abfallprodukt dieses (glykolytischen) Prozesses entstehen organische Säuren, die primär den Zahnschmelz demineralisieren („entkalken“) und somit schädigen. Es entsteht eine Zahnläsion, die gemeinhin als Karies bezeichnet wird. Fluoride können unter anderem diese bakteriellen Enzyme in ihrer Funktion behindern, sodass weniger Säure produziert wird und das Bakterienwachstum gehemmt wird. Diese Störung tritt jedoch bei anorganischen Fluoridverbindungen (z. B. Natriumfluorid und Natriummonofluorphosphat) erst bei hohen Konzentrationen auf, die nach Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasten und Mundspülungen in der Plaque nicht erreicht werden. Aminfluoride hingegen können die Zellmembran leichter durchdringen und ihre antibakteriellen Eigenschaften im Zellinneren entfalten.