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Zahn

Synonym: Zähne, Dens, Dentes, odous, odontes · Englisch: tooth, teeth

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Ein Zahn besteht aus verschiedenen festen Bestandteilen mit spezifischen Eigenschaften:

  1. Schmelz (Enamel):
  • Härteste, aber sprödeste Substanz des Körpers.
  • Besteht zu 96–98 % aus anorganischen Substanzen (Hydroxylapatit, Fluorapatit, Carbonapatit).
  • Nicht regenerierbar, da keine lebenden Zellen enthalten sind.
  • Kariesanfälligkeit ab einem pH-Wert unter 5,5–5,7.
  1. Dentin (Dentin):
  • Besteht zu 72 % aus anorganischen Stoffen, vorwiegend Hydroxylapatit.
  • Durchzogen von Dentinkanälchen mit Odontoblastenfortsätzen (Tomes’sche Fasern).
  • Bedingt regenerierbar durch nachgebildetes Sekundär- oder Tertiärdentin.
  • Enthält Zonen unregelmäßiger Verkalkung (Interglobulärdentin) und eine unverkalkte Vorstufe (Prädentin).
  • Kariesanfälligkeit ab einem pH-Wert unter 6,3–6,5.
  1. Zement (Root Cementum):
  • Bedeckt die Zahnwurzel und besteht zu 65 % aus Hydroxylapatit.
  • Primärzement ist zellfrei, Sekundärzement enthält Zementozyten.
  • Durchzogen von Sharpey-Fasern, die ihn mit dem Alveolarknochen verbinden (federnde Aufhängung).

Zahninneres:

  • Pulpa (Pulp, Zahnmark): Unterteilt in Kronen- und Wurzelpulpa. Enthält Blutgefäße, Nervenfasern und Bindegewebe. Verbindung zum Zement über Seitenkanälchen (Ramifikationen). Nervenfasern enden im Raschkow’schen Plexus, der mit den Odontoblasten in Kontakt steht. Funktion: Bildung von Dentin, Ernährung des Zahns, Schmerzempfindung bei Reizen.

Gebissentwicklung und Zahnwechsel: Der Mensch durchläuft eine zweiphasige Dentition (Diphyodontie), während viele Wirbeltiere eine kontinuierliche Zahnerneuerung (Polyphyodontie) besitzen.

  • Milchgebiss: 20 Zähne (8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 Molaren; keine Prämolaren).
  • Bleibendes Gebiss: 32 Zähne (8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 Prämolaren, 12 Molaren).

Die Zahnfarbe variiert: Milchzähne erscheinen kreidig weiß, bleibende Zähne dunkeln alters- und genetisch bedingt nach.

Evolution und Belastbarkeit:

  • Ursprünglich bestanden Zähne aus einzelnen hochkronigen Zapfen (Trikonodontie).
  • Spätere Entwicklungen führten zu Gruppenbildungen mit verstärkter Abstützung und Spezialisierung auf Fleisch- oder Pflanzenkost.
  • Der natürliche Zahn besitzt die höchste Dauerfestigkeit aller menschlichen Gewebe, da Dentin und Schmelz ein stabiles Verbundsystem bilden. -Durchschnittlich verarbeitet ein Mensch im Leben etwa 18 Tonnen Nahrung.

Zähne als Statussymbol:

Eine Umfrage der Apotheken Umschau (2012) ergab, dass 81,7 % der Deutschen makellose Zähne als Statussymbol betrachten. 65,3 % würden größere Ausgaben (z. B. für Autos oder Reisen) zugunsten ihrer Zahngesundheit zurückstellen.