Zuckeraustauschstoffe
Synonym: Zuckeralkohole, Polyole, süßende Alkohole · Englisch: substituted sugar, sugar alcohols
Zuckeraustauschstoffe sind süßende Substanzen, die in ihrer chemischen Struktur dem Zucker (Saccharose) ähneln, jedoch einen anderen Stoffwechselweg durchlaufen. Sie werden häufig in Lebensmitteln und Zahnpflegeprodukten verwendet, da sie weniger kariogen wirken und teilweise insulinunabhängig verstoffwechselt werden.
Bekannte Vertreter und Eigenschaften:
- Sorbit (Sorbitol): Süßkraft 0,54 (250 kcal/100 g), insulinunabhängiger Abbau, häufig in Bonbons und Kaugummis.
- Xylit (Xylitol): Süßkraft 1,0 (250 kcal/100 g), hemmt kariesverursachende Bakterien, ideal für Diabetiker.
- Mannit (Mannitol): Süßkraft 0,57 (250 kcal/100 g), gering kariogen, in Diätprodukten eingesetzt.
- Isomalt: Süßkraft 0,5 (250 kcal/100 g), sehr geringe kariogene Wirkung, oft in Schokoladen.
- Erythrit: Süßkraft 0,7 (0 kcal/100 g), kalorienfrei und nahezu nicht kariogen.
Kaloriengehalt: Zuckeraustauschstoffe enthalten durchschnittlich 2,4 bis 4 kcal/g, was sie von kalorienfreien Süßstoffen unterscheidet. Dennoch liefern sie weniger Energie als Zucker (4 kcal/g).
Einsatzbereiche: Hauptanwendungen finden sich in zuckerfreien Bonbons, Kaugummis, Hustensäften und Schokoladen. Aufgrund ihrer insulinunabhängigen Verstoffwechselung sind sie für Diabetiker geeignet.
Vorteile in der Zahnmedizin: Zuckeraustauschstoffe fördern kaum Karies, da sie von Kariesbakterien nicht oder nur geringfügig in schädliche Säuren umgewandelt werden. Besonders Xylit zeigt karieshemmende Eigenschaften durch die Hemmung des bakteriellen Wachstums.
Nebenwirkungen: Ein übermäßiger Verzehr kann durch osmotische Vorgänge im Darm abführend und blähend wirken. Die maximal tolerierbaren Mengen pro Tag variieren je nach Stoff:
- Sorbit: 50 g
- Xylit: 50–70 g
- Mannit: 10–20 g
- Isomalt: 20–30 g
Deklarationspflicht: Lebensmittel mit einem Zuckeraustauschstoff-Anteil von über 10 % müssen den Hinweis „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ tragen.
Besondere Hinweise: Menschen mit Fruktose-Intoleranz sollten vorsichtig sein, da Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit die Symptome verstärken können. Zuckeraustauschstoffe sind eine effektive Alternative zu Zucker, sowohl für Diabetiker als auch zur Unterstützung der Zahngesundheit, wobei ein bewusster Umgang wichtig bleibt.