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Caries profunda

Synonym: Cp, tiefe Karies · Englisch: deep (seated) caries

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Lat. Bezeichnung für eine Karies, welche sich im pulpennahen Dentindrittel befindet und meist bis dicht an den Zahnnerv reicht und/oder diesen tangiert und meist schon infiziert hat (etwa ab 0,5 mm Restdentinstärke). I.d.R. mit (starken) Schmerzen (Pulpitis) behaftet. Im Rahmen der sog. Caries profunda Therapie wird versucht, das noch lebende und evtl. ausheilbare Zahnmark vor weiteren Infektionen zu schützen und seine Zellen zu einer Dentin-Neubildung (sog. Tertiärdentin, Reizdentin) anzuregen (Vitalerhaltung): Nach vollständiger Entfernung des erweichten Dentins (verfärbtes, aber hartes Dentin kann belassen werden) wird die Kavität i.d.R. mit einem Calciumhydroxidpräparat abgedeckt und - zum Schutz vor einer Reinfektion - die Kavität randdicht verschlossen. Da das Standardpräparat Calciumhydroxid säurelöslich und nicht druckstabil ist, muss es immer durch eine Unterfüllung abgedeckt werden. Nach Bildung von genügend Tertiärdentin ("Reizdentin", dauert einige Monate), erneute Eröffnung der Kavität und Entfernung der verbliebenen Karies. Gleichzeitig erfolgt eine Vitalitätsprüfung, um sicher zu stellen, dass die Pulpa nicht abgestorben ist (devital). Diese "klassische Behandlungsmethode" wird heute vielfach nicht mehr angewandt, sondern es erfolgt - ohne Wartezeit - das Legen der definitiven Füllung in der gleichen Sitzung, da bei richtiger Indikation und ordnungsgemäßen Vorgehen selten mit Komplikationen (z.B. einer Wurzelkanalbehandlung) zu rechnen ist. Die früher vertretene Auffassung, dass Milchzähne nicht einer Cp-Behandlung zugänglich seien, wird in jüngerer Zeit nicht mehr vertreten, da auch die Odontoblasten der Milchzahnpulpa zu Reparaturmaßnahmen fähig sind. Als Kariesstufen werden unterschieden (s. Abb.): Caries superficialis: Ausbreitung im Schmelz, evtl. mit Dentinbeteiligung - i.d.R. (noch) schmerzfrei Caries media: mit Dentinbeteiligung - i.d.R. Schmerzen beim Essen Caries profunda: s.o. Mit dem Begriff Caries sicca, engl.: dry caries, bezeichnet man eine " ausgetrocknete Karies "; gemeint ist damit eine durch Veränderung der Umgebungsbedingungen (z.B. Besserung der Mundhygiene) zum Stillstand gekommene Karies. Als Vorstufe der Caries sicca gilt die Caries tarda, welche als langsame, chronisch verlaufende Karies bezeichnet wird. Folgende 6 Punkte können helfen, die Diagnostik " reversible oder irreversible Schädigung des Zahnnervs" zu untermauern und eine entsprechende Therapie (Vitalerhaltung oder Entfernung des Zahnnervs) einzuleiten: Was löst den Schmerz aus? bei „kalt, süß, sauer“, liegt eine reversible, bei „Wärme“ eine irreversible Pulpitis vor. Wie lange hält der Schmerz an? Bei „ungefähr so lange, wie der Reiz besteht“ ist die Pulpitis reversibel, bei „Schmerz überdauert den Reiz“ irreversibel. Tritt Schmerz spontan auf? Nie = reversible Pulpitis, JA = irreversible Pulpitis. Ist der Schlaf nachts wegen Zahnschmerzen gestört? Falls JA = irreversible Pulpitis. Lindert Kälte den Schmerz? Falls JA = irreversible Pulpitis in den meisten Fällen. Wie lange bestehen die Schmerzen schon? Bei „1–3 Tage“ liegt eine reversible, bei längerem Schmerz oder Schmerzen gefolgt von schmerzfreien Intervallen liegt i.d.R. eine irreversible Pulpitis vor. ART-Technik, Behandlung von Milchzähnen, Calciumhydroxid, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Eugenol, Hyperämie, Karies, Kariesentfernung, Pulpitis, Reaktionsdiagnostik, Spontanschmerz, Tertiärdentin, Temperaturempfindlichkeit, Überkappung, Vitalerhaltung, Vitalitätsprüfung, Zinkoxid-Eugenol Aus der Grundlagenforschung: Dentin- und Hartgewebeneubildung nach Überkappung der Pulpa (zm, 2017) Kariesexkavation: Welche Methode schont die Pulpa am besten? (zm, 2020) Caries superficialis Caries media Caries profunda Darstellung im Röntgenbild

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