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Vitalitätsprüfung

Synonym: Sensibilitätsprüfung, Sensibilitätsprobe · Englisch: vitality (o. sensibility) test, pulp testing

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Vitalitätsprüfung ist die Überprüfung der Zahnpulpa ("Nerv") auf ihre Vitalität (Leben) und ein wichtiges Kriterium bei der Untersuchung des Zahnes. So können beispielsweise schon aufgrund dieser relativ einfachen Anwendung diagnostische Aussagen getroffen werden. Ein vital reagierender Zahn kann keine Eiterung an der Wurzelspitze aufweisen, während ein devitaler Zahn keine Schmerzreaktionen auf chemische oder thermische Reize auslösen kann.

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, die Vitalität eines Zahnes zu überprüfen:

  1. Reaktion auf Temperatur (Kältereize, selten Reizung mit Wärme), sogenannter "Kältetest": Früher wurde dieser Test mit Kohlensäureschnee durchgeführt. Dieses Verfahren ist relativ umständlich und kann durch die tiefe Temperatur des Gases (-76°C) heftige Schmerzen verursachen. Heute wird der Test mit Kältesprays (etwa -30°C) durchgeführt, mit denen ein Wattekügelchen präpariert wird. Dieses Verfahren gilt als Standard, da es an allen Zähnen (auch Kronen und großen Füllungen) durchgeführt werden kann. Eine graduelle Reizung ist jedoch nicht möglich. Reaktionen auf Wärme werden aufgrund der Verletzungsgefahr (bei unsachgemäßer Anwendung könnte das umliegende Gewebe oder der Zahnnerv durch zu viel Wärme stark geschädigt werden) allgemein abgelehnt.

  2. Elektrische Reizung durch schwachen Strom, elektrischer Pulpentester, sogenannter "Elektrotest (mit einem Pulpaprüfer)": Gepulster Gleichstrom im mA-Bereich lässt den Zahnnerv je nach angelegter Stromstärke unterschiedlich stark reagieren (graduelle Reaktion). Voraussetzung ist eine trockene Zahnoberfläche und keine Metalle (wie Kronen oder Füllungen), die an oder unter das Zahnfleisch reichen, da der Strom dann den direkten Weg nimmt. Bedenken bezüglich Interferenzen mit modernen Herzschrittmachern oder Defibrillatoren bestehen nicht mehr.

  3. Reaktion auf Anbohren (Probe-Trepanation, "Bohrprobe"): Wird nur dann durchgeführt, wenn die beiden vorgenannten Verfahren (einzeln oder in Kombination) keine sichere Aussage zulassen. Dabei wird ein Bohrer (ohne örtliche Betäubung) Richtung Zahnnerv geführt (Setzen einer sogenannten "Testkavität") und beobachtet, ob eine schmerzhafte Reaktion auftritt.

Noch im Versuchsstadium sind Laser-Testungen der intrapulpalen Mikrozirkulation.