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Eugenol

Synonym: Nelkenölbestandteil, Phenolderivat, Eugenolzement · Englisch: eugenol

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Eugenol ist ein Phenolderivat und der Hauptbestandteil des ätherischen Öls der Gewürznelke. Es kommt zudem in Muskat, Lorbeer, Piment und Zimt vor. Eugenol ist bekannt für seine bakteriostatische und schmerzlindernde Wirkung und findet vielseitige Anwendungen in der Zahnmedizin sowie in der traditionellen Notfallmedizin.

Verwendung in der Zahnmedizin:

  1. Indirektes Überkappungsmaterial: Eugenol wird häufig in Kombination mit Zinkoxid als Bestandteil von Zementen eingesetzt, beispielsweise zur Behandlung tiefer Karies (Caries profunda).
  2. Provisorischer Befestigungszement: Zinkoxid-Eugenol-Zemente dienen zur provisorischen Befestigung von Zahnersatz. Aufgrund der Eigenschaften von Eugenol als „Kunststoff-Weichmacher“ ist dieser Zement jedoch nicht für die Verwendung mit Kunststofffüllungen geeignet.
  3. Behandlung infizierter Zahnwunden: Eugenol wird als Zusatz in Wurzelfüllmaterialien und für die Behandlung von infizierten Wunden im Zahn- und Kieferbereich verwendet.
  4. Topisches Anästhetikum: In jüngerer Zeit wurde Eugenol als Alternative zu Benzocain untersucht. Studien zeigen, dass ein aus Gewürznelken hergestelltes Gel ähnliche anästhetische Effekte erzielt, jedoch kostengünstiger ist.

Traditionelle und historische Anwendung: Eugenol ist bekannt aus der Notfallmedizin mit der Empfehlung, bei Zahnschmerzen eine Nelke zu zerkauen. Die Blütenknospen des Gewürznelkenbaums (Syzygium aromaticum), einer Pflanze aus der Familie der Myrtengewächse, werden noch im geschlossenen Zustand geerntet, getrocknet und als Gewürz oder Öl gehandelt.

Nebenwirkungen: Obwohl Eugenol in der Zahnmedizin weit verbreitet ist, können bestimmte Patienten allergische Reaktionen auf den Stoff entwickeln. Dies sollte bei der Anwendung berücksichtigt werden.