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Zement

Synonym: Befestigungszement, Wurzelzement · Englisch: cement

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Der Begriff „Zement“ hat in der Zahnheilkunde zwei verschiedene Bedeutungen, je nach Kontext und Funktion:

  1. Befestigungszement: Befestigungszement ist ein selbstaushärtendes oder dualhärtendes Verbindungsmittel, das in der Zahnmedizin zur dauerhaften oder temporären Befestigung von indirekten Restaurationen wie Kronen, Brücken, Inlays, Onlays und kieferorthopädischen Apparaturen verwendet wird. Es gibt verschiedene Arten von Befestigungszementen, die sich in ihrer Zusammensetzung und ihren Eigenschaften unterscheiden, darunter:
  • Glasionomerzemente (GIZ): Binden chemisch an Zahnhartsubstanz und setzen Fluorid frei.
  • Kompositzemente: Harzbasierte Materialien mit hoher mechanischer Festigkeit und guter Ästhetik.
  • Zinkphosphatzemente: Traditionelles Material mit langer klinischer Anwendungsgeschichte.
  • Zinkoxid-Eugenol-Zemente: Temporär einsetzbar, insbesondere bei empfindlichen Zähnen. Die Wahl des Befestigungszements richtet sich nach der klinischen Situation, der Art der Restauration und den Anforderungen an Haftung, Biokompatibilität und Stabilität.
  1. Wurzelzement: Wurzelzement (oder kurz „das Zement“) ist eine spezialisierte Zahnhartsubstanz, die die Zahnwurzel bedeckt. Sie besteht aus mineralisiertem Gewebe und dient der Verankerung der Sharpey-Fasern, die den Zahn über das Desmodont mit dem Alveolarknochen verbinden. Wurzelzement wird von spezialisierten Zellen, den Zementoblasten, gebildet und unterteilt sich in zwei Haupttypen:
  • Zellfreies Zement: Kommt hauptsächlich im koronalen Wurzeldrittel vor und weist keine eingelagerten Zellen auf.
  • Zelluläres Zement: Überwiegend im apikalen Wurzeldrittel und an interradikulären Bereichen, enthält eingebettete Zementozyten. Wurzelzement ist bei der Zahnverankerung und der Reparatur von Wurzeloberflächen nach parodontalen Schäden maßgeblich. Im Gegensatz zum Zahnschmelz bleibt das Zement zeitlebens erhalten und kann sich regenerieren.