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Zahnhartsubstanz

Synonym: Zahnhartsubstanzschäden, Strukturanomalien der Zähne · Englisch: hard tooth structure, defects of calcified tooth structure

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

ahnhartsubstanzdefekte sind strukturelle Schäden an Zahnschmelz und/oder Dentin, die durch präeruptive (vor dem Zahndurchbruch) oder posteruptive (nach dem Zahndurchbruch) Einflüsse entstehen. Sie können genetisch bedingt oder erworben sein und beeinflussen die Zahnfunktion und -ästhetik.

Präeruptive Zahnhartsubstanzdefekte Diese Defekte treten während der Zahnentwicklung auf und betreffen die Bildung und Reifung des Schmelzes und/oder Dentins. Ursachen sind:

  1. Genetische Defekte:
  1. Erworbene Schmelz- und Dentinhypoplasien: Diese entstehen häufig durch externe Einflüsse während der Zahnentwicklung:
  • Infektionen: Z. B. Turner-Zahn durch lokale Entzündungen oder Schädigungen infolge von angeborener Syphilis oder schweren Kinderkrankheiten.
  • Pharmakologische Schäden: Vor allem durch Tetrazyklin-Antibiotika, die zu Zahnverfärbungen führen können.
  1. Alimentär bedingte Schäden:
  • Fluorose: Übermäßige Fluoridzufuhr kann strukturelle Veränderungen des Zahnschmelzes bewirken.
  • Vitamin-A- oder Vitamin-C-Mangel: Führt zu Hypoplasien des Zahnschmelzes.
  • Strontiumexposition: Kann zu weißen linienförmigen Schmelzstreifen führen.
  1. Metabolische Ursachen:
  • Sauerstoffmangel bei der Geburt (Neonatallinien)
  • Hypokalzämie durch Vitamin-D-Mangel
  • Mütterlicher Diabetes oder Stoffwechselerkrankungen wie das Down-Syndrom
  • Posteruptive Zahnhartsubstanzdefekte

Diese entstehen nach dem Zahndurchbruch durch äußere Einflüsse:

  • Traumatische Schäden: Zahnfrakturen oder Schmelzabbrüche durch Unfälle.
  • Erosionsbedingte Schäden: Verlust der Zahnhartsubstanz durch Säureeinwirkung (z. B. durch Reflux, Ernährung oder Medikamente).
  • Strahlungsbedingte Schäden: Schäden an den Zähnen infolge einer Strahlenbehandlung (Strahlenkaries).

Zahnhartsubstanzdefekte können je nach Ursache präventiv behandelt oder therapiert werden, um die Zahngesundheit zu erhalten.