Strahlenkaries
Synonym: radiogene Karies · Englisch: radiation caries
Strahlenkaries ist die Bezeichnung für eine kariöse Veränderung an den Zähnen, die durch Bestrahlungen im Kieferbereich verursacht wird. Dabei sind nicht hauptsächlich die üblichen Kariesfaktoren verantwortlich, sondern eine Schädigung und damit eine Minderfunktion der im Strahlengang liegenden Speicheldrüsen (mit verminderter Speichelmenge und Speichelpufferung; "Strahlenparotitis") sowie in sehr geringem Maße Strahlenschäden an der Schmelz- und Dentinstruktur selbst. Das Auftreten von Strahlenkaries wird meist erst nach einer therapeutischen Behandlung mit mehr als 50 Sievert (50 Gray, Gy) beobachtet.
Durch die intensive Säureproduktion der Plaque und den fehlenden Auswaschungseffekt des verringerten Speichels kommt es zur Akkumulation der produzierten Säuren und einer Verschiebung der Mundflora, wobei der Anteil der Streptokokken und Laktobazillen deutlich zunimmt.
Zur Prophylaxe sollte noch vor der Bestrahlungstherapie oder in anderen Fällen mit verringerter Speichelbildung (Xerostomie) eine vollständige Sanierung der Mundhöhle erfolgen. Zusätzlich sollten lokale Fluoridapplikationen und eine Unterweisung in optimaler Mundhygiene durchgeführt werden.