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Antibiotika

Synonym: Antibiotikum, Antiinfektiva · Englisch: antibiotic(s)

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Antibiotika gehören zu der Gruppe der Chemotherapeutika gehörend, von Mikroorganismen wie Schimmelpilzen (z.B. Penicillin), Strahlenpilzen (Tetrazyclin, Chloramphenicol) und Bakterien gebildete Stoffwechselprodukte und ihre künstlich hergestellten Abarten. Es sind Substanzen, die Parasiten (z.B. Mikroben) in ihrem Wachstum beeinflussen, ohne die Zellen des Wirts zu schädigen. 1935 Einführung der Sulfonamide, 1942 die der Penicilline; zu der Zeit noch mit einer rein empirischen Dosisempfehlung. A. gehören neben den Schmerzmitteln zu den am häufigsten verordneten Medikamenten in einer Zahnarztpraxis und dienen vorrangig als Heilmittel bei bakteriellen Infektionen, aber auch zur Prophylaxe vor chirurgischen Eingriffen. A. werden in der ZHK hauptsächlich bei folgenden Erkrankungen verabreicht (s.a.: Antibiotika in der Zahnmedizin (zm, 2016) ) vom Zahn ausgehenden eitrigen Infektionen (Abszessen*), Aktinomykose, Parodontitis apicalis, Perikoronitis, Periimplantitis, unfallbedingten Infektionen) *) Entleert sich bei einer nötigen Inzision Eiter, ist eine antibiotische Therapie nicht angezeigt; sie sind jedoch bei der Schwere des Krankheitsbildes dann erforderlich, um eine Superinfektion und drohende Ausbreitung in angrenzende Weichgewebe zu verhindern. akute, nekrotisierende Zahnfleischentzündungen (ANUG) akute, eitrige Speicheldrüsenentzündung akute und chronische Osteomyelitis Aktinomykose Prophylaxe vor/bei umfangreichen Kiefer-Operationen Prophylaxe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Endokarditis-Prophylaxe) Die meisten in der ZHK auftretenden Infektionen werden von grampositiven Bakterien (Streptokokken, nicht Penicillinase-bildenden Staphylokokken) verursacht. Zur Bekämpfung dieser Mikroorganismen werden primär orale Penicilline (Penicillin V und Propicillin) und als Alternative Erythromycin oder Clindamycin eingesetzt. Bei auf eine normale Therapie nicht ansprechende Zahnfleischerkrankungen gelten andere A. als Standard ( Antibiotikazufuhr bei Zahnfleischerkrankungen). Das klassische Antibiotikum Penicillin erweist sich wegen einer weltweit zu beobachteten Resistenz zunehmend als wirkungslos. Schätzungen gehen davon aus, dass bei Infektionen im Kiefer-Gesichts-Bereich nur noch 44% der festgestellten Keime auf Penicillin ansprechen. Zudem ist bei Penicillin die Allergierate besonders hoch. Die oft vorschnelle Behandlung von Infektionskrankheiten mit A. hat einen weiteren, bisher unbekannten Nachteil. Einer US-Studie zufolge leiden Schulkinder wesentlich öfter an Allergien und Asthma, wenn sie als Säugling mit Antibiotika behandelt wurden. Einnahme: Die in der ZHK relevanten A. sollten auf nüchternen Magen (1 Std. vor bzw. 3 Std. nach einer Mahlzeit) eingenommen werden. Auf Grund der Säureempfindlichkeit sollten zum Trinken keine Fruchtsäfte Verwendung finden; gut mit Wasser/Mineralwasser nachtrinken, damit das Präparat schneller wirkt. Bei der Einnahme von Blutverdünnern und Antibiotika ist zu besonders sorgfältigem Vorgehen bei der Auswahl der Präparate geraten, da das Blutungsrisiko um das Fünffache bei bestimmten Antibiotika erhöht sein kann.