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Unterstützende Antikiotikatherapie bei Zahnfleischerkrankungen

Synonym: Antibiotikazufuhr bei Zahnfleischerkrankungen · Englisch: adjunctive antibiotic therapy

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die unterstützende Antibiotikatherapie bei Zahnfleischerkrankungen hat zum Ziel eine Eliminierung krankhafter Keime aus den Zahnfleischtasche bzw. der Mundhöhle. Der Einsatz von Antibiotika bei der Behandlung entzündlicher parodontaler Erkrankungen wird häufig und kontrovers diskutiert. Einige Studien zeigen in Abhängigkeit von der Applikationsform durchaus gute Ergebnisse, andere Meinungen raten grundsätzlich von ihrer Anwendung ab, nicht zuletzt aufgrund der Gefahr vor einer Verschleierung des Krankheitsbildes und möglicher Resistenzentwicklungen. Im Vorfeld des Einsatzes von Antibiotika sollte eine mikrobiologische Diagnostik erfolgen, am zweckmäßigsten mit sog. Gen-Sonden-Tests. Bei der überwiegenden Zahl der Parodontalerkrankungen (plaqueinduzierte Gingivitis sowie leichte und mittelschwere chronische Parodontitis bei systemisch gesunden Personen) hat die unterstützende Antibiose keinen zusätzlichen Nutzen. Da sich die meisten Keime in Biofilmen organisieren, ist eine vorherige mechanische Reinigung ( Debridement) der Zahn-/Wurzeloberfläche unbedingt erforderlich, wenn eine befriedigende Wirkung der A. erzielt werden soll. Eine ausschließliche Antibiotika-Therapie ist nur auf die seltenen Fälle beschränkt, bei welchen sich wegen hochakuter Beschwerden/Schmerzen keine qualifizierten Maßnahmen am Zahn durchführen lassen. Hierzu zählen besonders im Sinne einer systemischen Therapie: Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis (NUG) und Parodontitis (NUP) mit ausgeprägter Allgemeinsymptomatik Aggressive Parodontitis u. schwere chronische Parodontitis Therapie-unempfindliche Parodontitis Unterstützende Therapie bei Vorliegen spezifischer Keime Parodontalabszess mit Ausbreitungstendenz Um einer Resistenzbildungen durch eine ungeeignete Antibiotikaauswahl vorzubeugen, sollten nur bekannt wirksame Medikamente eingesetzt bzw. vorher eine Resistenzbestimmung durchgeführt werden.