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Zahnentwicklungsstörungen

Synonym: dentale Entwicklungsstörungen, odontogenes Dysplasie-Syndrom · Englisch: odontogenesis disorders, odontogenesis defects

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Zahnentwicklungsstörungen sind angeborene oder erworbene Anomalien in der Bildung und Struktur der Zähne. Sie betreffen sowohl das Milch- als auch das bleibende Gebiss und können Schmelz, Dentin oder die gesamte Zahnstruktur betreffen.

Genetisch bedingte Zahnentwicklungsstörungen:

Diese Störungen treten meist generalisiert auf und betreffen beide Dentitionen:

  • Schmelzbildungsstörungen: Amelogenesis imperfecta (Schmelzdefekte unterschiedlicher Ausprägung), Fournier-Zähne (punktförmige Hypoplasien des Schmelzes)
  • Dentinbildungsstörungen: Dentinogenesis imperfecta (gestörte Dentinmatrix mit erhöhter Frakturanfälligkeit)
  • Kombinierte Störungen: Odontogenesis imperfecta (Defekte in Schmelz, Dentin und Pulpa) Erworbene Zahnentwicklungsstörungen:

Diese entstehen durch äußere Einflüsse während der Zahnentwicklung, darunter:

  • Infektionen: Rachitis, Masern, Röteln, Lues, Salmonelleninfektionen
  • Toxische Einflüsse: Fluoridüberdosierung (Dentalfluorose), Einnahme von Tetrazyklinen während der Zahnbildung (Tetrazyklin-Zähne)
  • Traumata: Vereiterte Milchzähne oder Zahnverletzungen im Milchzahngebiss
  • Systemische Erkrankungen: Stoffwechselstörungen, hormonelle Erkrankungen

Die klinischen Folgen reichen von ästhetischen Beeinträchtigungen bis hin zu funktionellen Problemen wie erhöhter Zahnfrakturanfälligkeit oder Hypersensibilitäten. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und reicht von Fluoridierungsmaßnahmen über restaurative Behandlungen bis hin zur prothetischen Versorgung.