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Rachitis

Synonym: Vitamin-D- Mangelkrankheit, Englische Krankheit · Englisch: rickets

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Rachitis ist eine Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels mit typischen Skelettveränderungen (z.B. Knochenerweichung, Zahnentwicklungsstörungen), die hauptsächlich bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Das fehlende Vitamin D3 (Cholecalciferol) entsteht bei Ultraviolettbestrahlung (Sonnenlicht, Höhensonne) aus einer Vorstufe in der Haut und wird erst in der Leber in die eigentliche Wirkform umgewandelt. Bedingt durch die Störung des Calciumstoffwechsels kommt es zu einer ungenügenden Mineralisation von Knochen und Zähnen. Die Schneidezähne und die ersten bleibenden Backenzähne (Molaren) brechen verspätet durch und zeigen Schmelzhypoplasien; typisch ist außerdem – durch Verformung der Kiefer – der schwer behandelbare „rachitisch offene Biss“. Die Behandlung besteht aus natürlichem Sonnenlicht oder künstlichem UV-Licht, da die Vorstufe des Vitamin D3 schon in der Haut vorhanden ist, und aus einer Vitamintherapie, verbunden mit einer vollwertigen Ernährung. Als Rachitisprophylaxe werden ärztlich kontrollierte Vitamingaben beim Säugling empfohlen, eventuell auch eine Vitamin-D-Zufuhr im letzten Schwangerschaftsdrittel. Von der erworbenen Rachitis abzugrenzen ist die familiäre hypophosphatämische Rachitis als genetische Erkrankung. Sie ist u.a. mit einer schweren Wachstumsstörung und gestörter Knochen- und Zahnmineralisation („dentale Nekrose“) sowie geringen Konzentrationen an zirkulierendem 1,25-Dihydroxy-Vitamin D assoziiert. Zur Behandlung werden im dentalen Bereich Gaben von 1-Hydroxy-Vitamin D und oralem Phosphat vorgeschlagen.