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Zahnersatz

Zahnimplantat

Künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Keramik mit Krone obendrauf.

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand:
Vorschaubild: Zahnimplantat
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Zahnimplantat

Ein fehlender Zahn ist nicht nur kosmetisch unangenehm – er verändert mit der Zeit den ganzen Mund. Nachbarzähne kippen, der Gegenzahn wandert nach, und der Kieferknochen baut sich ab, weil der Reiz beim Kauen fehlt. Ein Implantat fängt all das ab, indem es die Funktion einer natürlichen Wurzel übernimmt.

Verwendet wird meist Titan, weil es vom Körper besonders gut angenommen wird. Wer Metall im Mund vermeiden möchte, kann auch ein Implantat aus Vollkeramik (Zirkonoxid) bekommen – die Ergebnisse sind sehr ähnlich, die Auswahl an Aufbauten ist aber etwas eingeschränkt. Nach dem Einsetzen verwächst die Implantatschraube über mehrere Wochen fest mit dem Knochen. Diesen Vorgang nennt man Osseointegration. Erst danach setzt der Zahnarzt die endgültige Krone darauf.

Wichtig vorab: Ein Implantat ist kein Routine-Eingriff, sondern eine kleine chirurgische Behandlung. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte vorher Knochenangebot, allgemeine Gesundheit und Mundhygiene mit der Zahnärztin sorgfältig besprechen.

Implantatgetragene Brücke auf zwei Zahnimplantaten als Ersatz für mehrere fehlende Zähne im Seitenzahnbereich

Implantatbrücke bei mehreren benachbarten Lücken

Zwei Implantate tragen gemeinsam eine Brücke aus drei Kronen – eine elegante Lösung, wenn mehrere Zähne nebeneinander fehlen, ohne gesunde Nachbarzähne beschleifen zu müssen.

Wann ist diese Behandlung sinnvoll?

  • Ein einzelner Zahn fehlt und die Nachbarzähne sind gesund – eine Brücke würde sie unnötig beschleifen.
  • Mehrere Zähne fehlen, aber Sie möchten festen Zahnersatz statt einer herausnehmbaren Prothese.
  • Ein vorhandener Zahnersatz sitzt schlecht und Sie möchten mehr Halt.
  • Der Kieferknochen ist gesund oder kann mit einem kleinen Aufbau stabilisiert werden.

Ablauf der Implantat-Behandlung

  1. Beratung und Planung

    Im ersten Termin wird die Situation gründlich angesehen: Röntgenbild oder 3D-DVT, Befund des Knochens, Zustand der Nachbarzähne. Daraus entsteht ein konkreter Behandlungsplan inklusive Heil- und Kostenplan.

  2. Eventuell Knochenaufbau

    Wenn der Knochen zu schmal oder zu niedrig ist, wird er vor oder während der Implantation aufgebaut – meist mit Eigenknochen oder einem Ersatzmaterial. Bei kleineren Defekten ist das oft in einer Sitzung möglich.

  3. Implantation

    Der eigentliche Eingriff dauert je nach Anzahl der Implantate 30 bis 90 Minuten und erfolgt in örtlicher Betäubung. Das Zahnfleisch wird geoeffnet, die Schraube millimetergenau eingesetzt und die Wunde wieder verschlossen.

  4. Einheilphase

    Drei bis sechs Monate verwächst das Implantat fest mit dem Knochen. In dieser Zeit tragen Sie ein Provisorium. Regelmäßige Kontrollen begleiten den Prozess.

  5. Freilegung und Abformung

    Ist das Implantat eingeheilt, wird es freigelegt und ein Gingivaformer formt das Zahnfleisch um die künftige Krone. Danach folgen Abformung und Farbnahme.

  6. Einsetzen der Krone

    Die fertige Krone wird auf das Implantat geschraubt oder zementiert. Sie verlassen die Praxis mit einem voll belastbaren neuen Zahn.

Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Schont die Nachbarzähne – nichts muss beschliffen werden.
  • Erhält den Kieferknochen, weil der Kaudruck wie bei einer natürlichen Wurzel übertragen wird.
  • Sehr langlebig: nach 10 Jahren sind über 95 % der Implantate noch in Funktion.
  • Wirkt und sitzt wie ein eigener Zahn – keine Bewegung, kein Klacken.
  • Pflegt sich wie ein eigener Zahn, mit Bürste und Interdentalbürstchen.

Mögliche Nachteile

  • Höherer Eigenanteil als bei Brücke oder Prothese – die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur einen Festzuschuss auf die Krone.
  • Mehrmonatige Einheilzeit, in der ein Provisorium getragen wird.
  • Bei manchen Vorerkrankungen ist ein Implantat nicht oder nur eingeschränkt möglich.
  • Bei dünnem Knochen ist vorab oder begleitend ein Knochenaufbau nötig.
  • Rauchen erhöht das Risiko, dass das Implantat nicht einheilt.

Häufige Fragen

  • Bei guter Pflege und regelmäßigen Kontrollen sind 20 Jahre und mehr realistisch. Studien zeigen Erfolgsquoten von über 95 % nach zehn Jahren. Verbrauchen kann sich die aufgesetzte Krone – das Implantat selbst bleibt meist sein ganzes Leben im Knochen.

Begriffe im Lexikon nachlesen

Fachbegriffe rund um diese Behandlung – kurz und verständlich erklärt.

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