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Zahnersatz

Sofortimplantat

Implantat in einer Sitzung – gleich nach dem Ziehen des Zahnes gesetzt.

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand:
Vorschaubild: Sofortimplantat
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Sofortimplantat

Klassisch läuft eine Implantation zweistufig ab: Zuerst wird der nicht mehr erhaltbare Zahn entfernt, das Loch verheilt einige Monate, und erst danach wird das Implantat gesetzt. Sicher und gut planbar – kostet aber Zeit. Beim Sofortimplantat geht beides zusammen: Zahn raus, Implantat rein, in einem einzigen Termin.

Der Vorteil liegt auf der Hand. Sie kommen mit einem schmerzhaften Zahn und gehen mit einem fest verankerten Implantat nach Hause. Manchmal sogar mit einem festen Provisorium, das schon am selben Tag wieder die Lücke schließt. Möglich ist das aber nur, wenn der Knochen rund um den Zahn ausreichend stabil ist und keine ausgedehnte Entzündung vorliegt.

Genau hier liegt der Knackpunkt. Die richtige Indikation zu treffen – wann eine Sofort-Implantation klinisch sinnvoll ist und wann besser auf das klassische Vorgehen gewartet wird – verlangt Erfahrung. Ein 3D-Röntgenbild vor der Entscheidung ist Standard.

Wann ist diese Behandlung sinnvoll?

  • Ein Zahn ist nicht mehr zu erhalten und soll gezogen werden, der umliegende Knochen ist aber gesund.
  • Sie möchten die Behandlungsdauer verkürzen und ein zweites OP-Trauma vermeiden.
  • Ästhetik ist ein Thema – vor allem im Frontzahnbereich, wo eine sichtbare Lücke vermieden werden soll.
  • Die Allgemeingesundheit erlaubt einen zügigen Eingriff.

Ablauf einer Sofort-Implantation

  1. Vorbefund mit 3D-Röntgen

    Vor jedem Sofortimplantat wird der Knochen dreidimensional vermessen. Das DVT zeigt, ob genug stabiler Knochen vorhanden ist und keine Entzündung im Weg ist.

  2. Schonende Zahnentfernung

    Der Zahn wird minimalinvasiv gezogen – möglichst ohne den umliegenden Knochen zu schädigen. Spezielle Instrumente helfen dabei, das Knochenangebot zu erhalten.

  3. Implantat einsetzen

    Sofort nach der Extraktion wird das Implantat passend in das Knochenfach gesetzt. Kleine Lücken zum Restknochen werden mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt.

  4. Eventuell ein festes Provisorium

    Bei guter Primärstabilität kann oft schon am selben Tag eine provisorische Krone draufgesetzt werden. So gehen Sie mit einem sichtbaren Zahn nach Hause.

  5. Einheilung

    Drei bis sechs Monate verwächst das Implantat mit dem Knochen, ähnlich wie bei der klassischen Variante.

  6. Endgültige Krone

    Nach der Einheilung kommt die finale Krone – ästhetisch dem Nachbarzahn angepasst.

Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Spart mehrere Monate Wartezeit gegenüber der klassischen zweizeitigen Implantation.
  • Nur ein chirurgischer Eingriff statt zwei – eine Heilung, eine Krankschreibung.
  • Der Knochen um den gezogenen Zahn baut sich weniger schnell ab.
  • Bei Frontzähnen oft schon am selben Tag wieder ein sichtbarer Zahn dank Sofort-Provisorium.

Mögliche Nachteile

  • Nicht in jeder Situation möglich – bei Entzündung, dünnem Knochen oder ungünstiger Wurzelform muss klassisch vorgegangen werden.
  • Der Eingriff ist technisch anspruchsvoller und erfordert besondere Erfahrung des Behandlers.
  • Falls das Implantat nicht ausreichend stabil sitzt, wird das Provisorium erst später eingesetzt.
  • Das Erfolgsrisiko ist gegenüber der klassischen Variante leicht erhöht – in erfahrenen Händen aber gering.

Häufige Fragen

  • Im Frontzahnbereich oft ja – wenn das Implantat fest genug sitzt, wird sofort ein Sofort-Provisorium verschraubt. Im Seitenzahnbereich verzichten viele Praxen darauf.

Begriffe im Lexikon nachlesen

Fachbegriffe rund um diese Behandlung – kurz und verständlich erklärt.

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