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Sofortimplantation

Synonym: Sofortimplantat, Sofortige Implantation, Sofortige Zahnersatzimplantation, Implantation nach Zahnentfernung, Immediate Implant, Schnellimplantat · Englisch: immediate implantation

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Bei einer Sofortimplantation – oft kurz Sofortimplantat genannt – wird das Implantat in derselben Sitzung gesetzt, in der der defekte Zahn gezogen wird. Das spart Zeit, hat aber strenge Voraussetzungen.

→ Mehr zur Behandlung: Sofortimplantat – Voraussetzungen und Ablauf

Fachliche Definition

Sofortimplantation (auch Sofortimplantat oder Schnellimplantat genannt) bezeichnet das Einsetzen eines Implantats unmittelbar nach der Entfernung eines eigenen Zahnes in die noch frische (Extraktions-)Wunde (Alveole). Das Haupteinsatzgebiet ist der (unfallbedingte) Verlust von Frontzähnen ohne ausgedehnte Schäden an Weichteilen und Knochen, zunehmend jedoch auch normale Implantationen im Anschluss an eine geplante Extraktion. Dies wird als primäre Sofortimplantation bezeichnet. Der Extraktionsalveole mit umgebendem Knochengewebe wird ein hohes Regenerationspotenzial zugeschrieben. Allerdings zeigten Tierstudien, dass eine enge Passung zwischen Implantat und Knochen für die Osseointegration von entscheidender Bedeutung ist. Ein Spalt von 1 mm Breite gilt als eine kritische Entfernung (Primärstabilität). Nach Zahnextraktionen und direkter Implantation in die Extraktionsalveole ist die Dimension der Alveole jedoch meist größer als der Durchmesser des eingebrachten Implantats, wodurch ein erheblicher Spalt zwischen Implantatschulter und Alveolenrand bestehen kann. Um diese Schwäche zu kompensieren, werden andere Verfahren eingesetzt, wie das Einbringen von Knochenersatzmaterial (z.B. BioOss™) oder eine sekundäre oder verzögerte Sofortimplantation, bei der die künstliche Zahnwurzel etwa 6 bis 10 Wochen nach der Extraktion eingesetzt wird. Dieser Zeitraum soll der Ausheilung etwaiger Entzündungsprozesse dienen, eine engere Passung herstellen und so eine bessere Einheilung gewährleisten. Die Sofortimplantation wird wissenschaftlich kontrovers diskutiert: Zu den Vorteilen gehören, dass der Eingriff mit der Extraktion verbunden ist, ein zweiter chirurgischer Termin entfällt, die Wundheilung und Einheilungsphase zeitgleich verlaufen und keine langen Überbrückungsphasen mit Provisorien nach der Extraktion eines nicht mehr erhaltungswürdigen Zahnes erforderlich sind. Ein Nachteil ist, dass nicht erhaltungswürdige Zähne häufig im Wurzelbereich bakterielle Verunreinigungen aufweisen, die die Einheilphase empfindlich stören können. Ein entscheidender Nachteil ist, dass das Verhalten der Weichgewebe nach der Sofortimplantation nicht immer vorhersehbar ist, was zu häufigeren Komplikationen und Misserfolgen führen kann. Wird das Implantat konventionell erst nach Abheilen aller knöchernen Umbauvorgänge (ca. 15–20 Wochen) inseriert, spricht man von einem Spätimplantat.

Behandlung in der Praxis

Eine ausführliche Patienteninformation – wann Sofortimplantation möglich ist, wann besser nicht, mit Ablauf und Patientenfragen – finden Sie auf:

Sofortimplantat – Implantat in einer Sitzung gleich nach dem Zahnziehen

Siehe auch den allgemeinen Artikel zum Zahnimplantat.