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Wundheilung

Synonym: Geweberegeneration, Heilungsprozess nach Zahnextraktion · Englisch: wound healing

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die physiologische Wundheilung nach einer Zahnextraktion oder einem chirurgischen Eingriff verläuft in mehreren Phasen und ist erst nach etwa 3 bis 6 Monaten mit dem vollständigen Knochenumbau weitgehend abgeschlossen. Sie gliedert sich in drei Hauptphasen:

  1. Exsudative (inflammatorische) Phase:
  • Bildung eines Blutkoagulums mit Fibrinnetz, das dunkelrot erscheint.
  • Oberflächenbesiedelung mit Leukozyten, das Koagulum verfärbt sich grau.
  • Das innere Saumepithel der Gingiva verbindet sich mit dem Koagulum, wodurch die Epithelisierung der Oberfläche beginnt.
  1. Proliferative Phase:
  • Innerhalb der ersten 7–10 Tage ersetzt Granulationsgewebe das ursprüngliche Koagulum.
  • Nach ca. 20 Tagen erfolgt der Übergang von Granulationsgewebe zu Bindegewebe.
  1. Reparative Phase:
  • Ab dem 6.–7. Tag beginnt die Knochenneubildung (Reossifikation).
  • Nach ca. 6 Wochen ist die Extraktionswunde mit unreifem knochenähnlichem Gewebe ausgefüllt.
  • Innerhalb von 3–4 Monaten reift dieses Gewebe zu stabilem Knochen aus.
  • Nach etwa 100 Tagen kann röntgenologisch die vollständige Auffüllung der Alveole mit neuem Knochen nachgewiesen werden.

Nach einer Zahnextraktion kommt es im Verlauf der Heilung zu einem natürlichen Kieferkammabbau. Innerhalb von 6 Monaten beträgt der durchschnittliche horizontale Knochenschwund ca. 3,8 mm, während die vertikale Höhe um ca. 1,24 mm abnimmt. In den darauffolgenden 1–2 Jahren treten weitere, individuelle Knochenmodulationen in geringem Umfang auf. Die langfristige Stabilität des Knochens ist entscheidend für spätere prothetische oder implantologische Maßnahmen.