Granulationsgewebe
Synonym: Granulationsschicht, Granulationstissue · Englisch: granulation tissue
Granulationsgewebe ist eine neugebildete, blutgefäßreiche Gewebestruktur, die im Rahmen der Wundheilung oder bei chronischen Entzündungen entsteht. Es besteht aus Kapillaren, Fibroblasten und entzündungsassoziierten Zellen und dient der Reparatur und Regeneration geschädigter Gewebe.
In der Zahnmedizin tritt Granulationsgewebe häufig an Stellen chronischer Entzündungen auf, beispielsweise am apikalen Ende der Zahnwurzel eines avitalen Zahnes (periapikale Granulome).
Ein übermäßiges Wachstum von Granulationsgewebe, auch als "überschießende Granulation" bezeichnet, wird als Granulationsgeschwulst oder granulation tumor bezeichnet. In der Zahnheilkunde kann diese Form unter anderem als Epulis auftreten, einer gutartigen Wucherung des Zahnfleischs, die durch chronische Reize wie schlecht sitzende Prothesen oder Zahnbeläge begünstigt wird.
Granulationsgewebe stellt eine essentielle Phase der Heilung dar, kann jedoch bei übermäßiger Bildung therapeutische Maßnahmen wie chirurgische Korrekturen oder die Entfernung von Reizfaktoren erfordern, um eine normale Geweberegeneration zu ermöglichen.
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