Zahnwurzel
Synonym: Radix dentis, Wurzel des Zahnes, Dens-Wurzel · Englisch: tooth root
Die Zahnwurzel bildet den Verankerungsteil eines Zahnes im Kieferknochen (Alveole). Sie besteht aus Zahnbein (Wurzeldenzin), das von einer äußeren Schicht aus Wurzelzement umgeben ist. Dieser ermöglicht über die Sharpey-Fasern die Verankerung im parodontalen Ligament und damit im Kieferknochen.
Anzahl der Zahnwurzeln: Die Anzahl der Zahnwurzeln variiert je nach Zahngruppe:
- Schneidezähne, Eckzähne und kleine Backenzähne (Prämolaren) besitzen in der Regel eine Wurzel. Eine Ausnahme bildet der erste obere Prämolar, der in 50–70 % der Fälle zwei Wurzeln aufweist.
- Untere große Backenzähne (Molaren) besitzen meist zwei Wurzeln.
- Obere große Backenzähne haben in der Regel drei Wurzeln.
- Weisheitszähne (dritte Molaren) zeigen die größte Variabilität und können ein bis mehrere Wurzeln aufweisen.
Oberfläche der Zahnwurzel: Die Größe der Zahnwurzeloberfläche (root surface) variiert ebenfalls. Frontzähne weisen beispielsweise eine durchschnittliche Wurzeloberfläche von etwa 200 mm² auf.
Physiologische Merkmale: Bei gesunden Mundverhältnissen ist die Zahnwurzel vom Kieferknochen umgeben und von Zahnfleisch bedeckt. Nach dem Zahndurchbruch wächst die Zahnwurzel über einen Zeitraum von 2–3 Jahren weiter, bis sie vollständig ausgebildet ist. In diesem Entwicklungsstadium ist das Foramen apicale – die Öffnung an der Wurzelspitze – noch weit offen.
Erkrankungen und Anfälligkeit: Erkrankungen des Zahnhalteapparates, wie Parodontitis, oder altersbedingter Zahnfleischschwund können die Zahnwurzel freilegen. Da die Zahnwurzel nicht durch den widerstandsfähigen Zahnschmelz geschützt ist, wird sie anfälliger für äußere Einflüsse wie:
- Wurzelkaries: Karies an der freiliegenden Wurzeloberfläche.
- Keilförmige Defekte: Substanzverlust durch mechanische oder chemische Einflüsse.
- Überempfindliche Zahnhälse: Schmerzempfindlichkeit aufgrund freiliegender Dentintubuli.