Fibrinkleber
Synonym: Fibrinadhäsiv, Gewebekleber, chirurgischer Kleber · Englisch: fibrin glue, fibrin seal
Fibrinkleber ist ein medizinisches Präparat, das als Alternative zu chirurgischen Nähten zur Deckung von Wunddefekten oder zur Blutstillung während operativer Eingriffe eingesetzt wird. Es besteht in der Regel aus zwei Komponenten: einer Trockensubstanz (Fibrinogen und Faktor XIII) und einem Lösungsmittel (Thrombin und Calciumchlorid). Bei der Anwendung werden die Komponenten vermischt und direkt auf die Wunde aufgetragen, wo sie ein festes Fibrinnetz bilden. Ein bekanntes Präparat ist Tisseel™.
Anwendungsbereiche:
- Versorgung von Operationswunden bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen.
- Füllung von Zysten oder Hohlräumen in Kombination mit sterilem Fibrinschaum.
- Förderung der Wundheilung, insbesondere in der plastischen Chirurgie und bei Osteotomien.
Vorteile:
- Atraumatische Wundversorgung ohne zusätzliche Gewebeschädigung durch Nähte.
- Reduzierte Abszessbildung und bessere histologische Heilungsverläufe im Vergleich zur Nahttechnik (nach tierexperimentellen Studien).
Einschränkungen: Die hohen Kosten des Fibrinklebers begrenzen seine routinemäßige Anwendung. Dennoch bietet er in spezifischen klinischen Situationen, insbesondere bei Patienten mit erschwerter Blutgerinnung oder bei komplexen Defekten, erhebliche Vorteile.
Fibrinkleber gilt als wertvolle Ergänzung zur konventionellen Wundversorgung, mit Potenzial für eine verbesserte Heilung und geringeres Risiko postoperativer Komplikationen.