Wundinfektion
Synonym: Wundheilungsstörung, Alveolitis, infizierte Extraktionswunde, alveoläre Infektion, postoperative Wundheilungsstörung · Englisch: wound infection, alveolitis, dry socket
Eine Wundinfektion nach einer Zahnextraktion oder Operation kann durch das Eindringen von Fremdkörpern (z. B. Essensreste, Tabakkrümel) oder das Belassen von Zahnteilen (z. B. Radix relicta) in die Wunde verursacht werden. In solchen Fällen kann es, abhängig von der Widerstandskraft des Immunsystems, zu Wundheilungsstörungen kommen, die als Alveolitis bezeichnet werden. Insbesondere nach dem operativen Entfernen von Weisheitszähnen ist das Risiko postoperativer Beschwerden erhöht. Frauen und ältere Patienten sind im Vergleich zu jüngeren Patienten und Männern häufiger von Schmerzen und trockenen Alveolen betroffen, was zu einer verzögerten Heilung führt.
Zwei Hauptursachen für Wundheilungsstörungen nach Zahnextraktionen sind:
- Eitrige Zersetzung des Blutkoagulums: Das Blutkoagulum, das für eine ordnungsgemäße Wundheilung und die Bildung von neuem Knochen wichtig ist, zerfällt eitrig, was zu starken Nachschmerzen, entzündeten Wundrändern und begleitendem Fieber sowie unangenehmem Mundgeruch führen kann. Diese Form der Wundinfektion erfordert eine Wundreinigung (z. B. Kürettage, Spülungen mit Wasserstoffperoxid) und das Einlegen einer schmerzstillenden Tamponade.
- Trockene Alveole (dry socket): Wenn das Zahnfach nach der Extraktion nicht mit einem schützenden Blutpfropf ausfällt, was durch verschiedene Faktoren wie den Zusatz von gefäßverengenden Stoffen in der Betäubung oder häufiges Spülen zu Hause bedingt sein kann, bleibt der Knochen des Zahnfachs ungeschützt und freiliegt. Dies führt nach 1-2 Tagen zu starken Schmerzen und einer verzögerten Heilung. Die Behandlung erfolgt ähnlich wie bei einer eitrigen Zersetzung des Blutkoagulums.
Tierexperimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass die Heilung von Mundwunden generell länger dauert als auf der normalen Haut. Das spezifische Milieu in der Mundhöhle, die komplexe orale Keimbesiedlung, häufige Entzündungsprozesse und die ständigen Traumatisierungen durch die Kaubewegungen scheinen diesen verlängerten Heilungsprozess zu begünstigen.
Eine unterstützende Behandlung kann zum Beispiel mit einer "Wundersalbe nach Prof. Weiß" erfolgen, die aus einer Kombination von Jodotamp und einer Eugenol-Salbe besteht. Diese Mischung wird häufig aus den Bestandteilen Pantocain, Eugenol, Menthol, Lanolin und Vaseline hergestellt und zur Förderung der Wundheilung und Schmerzlinderung eingesetzt.