Naht
Synonym: Wundnaht, Sutur · Englisch: (wound) suture
Naht bezeichnet die chirurgische Wiedervereinigung zuvor getrennter Gewebe (chirurgisch oder unfallbedingt) mittels verschiedener Nahtmaterialien. Diese können resorbierbar sein, wie etwa Catgut oder Materialien aus Polyglykolsäure (PGA), oder nicht resorbierbar, wie Kunstfasern, Seide, Drähte oder biologisches Nahtmaterial. Heute erfolgt die Naht meist atraumatisch mit speziellen Nadel-Faden-Kombinationen. Bei nicht resorbierbaren Materialien wird die Naht üblicherweise nach 7 bis 10 Tagen entfernt. Hinsichtlich der Nahttechniken unterscheidet man vor allem die (Einzel-)Knopfnaht (Umschlingungsnaht, am häufigsten angewandt), die Rückstichnaht (Donati- oder Achternaht), die Matratzennaht, die fortlaufende Intrakutannaht und die Umstülpungsnaht. Die Stärke des Nahtmaterials ist genormt und reicht von 0 (0,350–0,399 mm) bis 10-0 (0,020–0,029 mm). Herkömmliches chirurgisches Nahtmaterial kann bei Wundinfektionen eine Rolle spielen: Es verursacht zwar selbst keine Infektionen, doch können Bakterien an den Fäden haften, sich dort vermehren und im Wundbereich Infektionen auslösen. Seit 2003 gibt es beschichtetes Nahtmaterial wie "Vicryl® Plus" (aus der Gruppe der Triclosan-Produkte, hergestellt von Ethicon), das verhindert, dass Bakterien sich auf den Fäden ansiedeln. Zusätzlich bildet der beschichtete Faden in einem Umkreis von etwa 20 Millimetern eine bakterielle Hemmzone. Im weiteren Sinne zählen auch Gewebekleber, Wundklammern und sogenannte Nahtpflaster zum Nahtmaterial. Ein "Aufgehen" der Wunde trotz Naht, sogenannte Nahtdehiszenz (engl. wound dehiscence), kann durch eine falsche Nahttechnik, postoperative Schwellungen oder eine zu frühzeitige Belastung des Wundbereichs (z. B. durch Kauen oder Sprechen) verursacht werden.