Triclosan
Triclosan ist ein Desinfektionsmittel mit der chemischen Bezeichnung 2-Hydroxy-4,2’,4’-trichlor-diphenylether oder 5-Chlor-2-(2,4-dichlorphenoxy)phenol (Summenformel: C12H7Cl3O2). Es ist ein mehrfach chloriertes Phenol-Derivat, das als weißes bis nahezu weißes, kristallines, synthetisch hergestelltes, nichtionisches Pulver vorliegt und bis zu 280°C stabil ist. Während des Herstellungsprozesses kann Triclosan mit Dioxinen verunreinigt werden. Es ist ein biozider Wirkstoff und Bestandteil von Desinfektionsmitteln, die in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie in Krankenhäusern eingesetzt werden. Zunehmend wird es auch als desodorierender Zusatz in festen Seifen, Flüssigseifen, desinfizierenden Seifen und als Konservierungsmittel in kosmetischen Präparaten verwendet. Hygienikern vom BfR bereitet der breite Einsatz dieses Biozids Sorgen, da es in niedrig dosierter Form in verbrauchernahen Produkten wie Wasch- und Reinigungsmitteln oder als biozide Ausrüstung von Kleidung und Kunststoffen verwendet wird. Dies kann dazu führen, dass Mikroorganismen zunehmend resistent gegen Triclosan werden, was auch die Wirksamkeit von antimikrobiellen Substanzen und Antibiotika beeinträchtigen kann. Triclosan entfaltet in der Mundhöhle aufgrund seiner geringen Substantivität, da es schnell ausgewaschen wird, seine Wirkung nicht optimal. Es wird mit verschiedenen Begleitsubstanzen kombiniert und wirkt gegen gram-positive und gram-negative Bakterien, indem es deren Fettsynthese hemmt. Triclosan wird häufig als bakterienhemmender Zusatz und Konservierungsmittel in Zahnpasten verwendet, unterscheidet jedoch nicht zwischen schädlichen, Karies auslösenden Keimen und nützlichen Keimen für eine gesunde Mundflora. Es wird diskutiert, ob Triclosan die Leberfunktion beeinträchtigt und möglicherweise Erbgutveränderungen verursacht. In verbrauchernahen Produkten wird es in niedrigen Dosierungen verwendet, die häufig nicht ausreichen, um bakterielle Krankheitserreger abzutöten, jedoch den Selektionsdruck erhöhen, sodass resistente Erreger sich stärker vermehren als nicht resistente. Die Verwendung von Triclosan in Zahnpasten ist wissenschaftlich umstritten, da die Nebenwirkungen noch nicht abschließend geklärt sind. In Mundspüllösungen mit niedrigerer Konzentration bestehen bisher keine Bedenken. Offizielle Stellen wie die FDA in den USA und der EU-Ausschuss haben Triclosan in therapeutischen Konzentrationen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt. Die behauptete Leberschädigung basiert auf Tierversuchen, bei denen die Dosis um das 2000-fache höher war als in Zahnpasten. Der Dioxingehalt in Triclosan-haltigen Zahnpasten war nicht höher als in solchen ohne.