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Vollkeramik

Englisch: complete, full ceramics.

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Vollkeramik "Ganzkeramik" ist eine Schlagwortbezeichnung für ausschließlich aus Keramik bestehende Materialien, besser gesagt für vollkeramische Restaurationen. Vollkeramische Kronen und Brücken erfreuen sich aufgrund ihrer ausgezeichneten Ästhetik und Körperfreundlichkeit zunehmend großer Beliebtheit. Dentalkeramiken verfügen über eine begrenzte elastische Verformbarkeit, wobei der Elastizitätsmodul zwischen 50 GPa (Silikatkeramik) und 300 GPa (Aluminiumoxid) liegt. Industriell hergestellte Keramikkörper, die auf CAD/CAM-Anlagen zu Restaurationen ausgeschliffen werden, haben aufgrund ihrer homogeneren Kristallstruktur eine höhere Dauerbiegefestigkeit als die entsprechenden Sinterkeramiken, die im Labor verarbeitet werden. Vollkeramische Restaurationen erhalten zusätzliche Festigkeit durch den Einsatz der Adhäsivtechnik bei der Eingliederung (ausführlich unter Vollkeramik - eine Standortbestimmung, 2005).

Aus Gründen der Materialqualität werden zunehmend industriell vorgefertigte Keramiken im CAD/CAM-Verfahren eingesetzt. Eines der ersten verbreiteten Systeme war Cerec und das Anfang der 90er-Jahre eingeführte Celay-System. Die Anwendung von Vollkeramik erstreckt sich hauptsächlich auf Inlays, Kronen, Veneers und Onlays. Brückenkonstruktionen werden zwar immer wieder von Seiten der Hersteller propagiert, jedoch fehlt hier noch eine positive Langzeiterfahrung (über 5 Jahre und mehr, Stand 2006). Der Hauptschwachpunkt ist nach bisherigen Kenntnissen der Übergangsbereich zwischen Brückenpfeiler und Brückenzwischenglied, wo es aufgrund von Spannungen zu Brüchen und Abplatzungen kommen kann. Hohe Beißkraft beziehungsweise Bruxismus ist ein wichtiger Grund für das Versagen vollkeramischer Rekonstruktionen, wie etwa das Abplatzen von Schichtkeramik oder das Frakturieren von Kronen und Brücken.