Keramik-Inlay
Synonym: Keramikinlay, Porzellaninlay · Englisch: ceramic inlay
Ein Keramik-Inlay ist eine im zahntechnischen Labor hergestellte oder aus Industriekeramik (z. B. Celay™, Cerec™) herausgeschliffene zahnfarbene Einlagefüllung. Es dient der kosmetisch optimalen Versorgung eines füllungsbedürftigen Zahns.
Einsatzgebiete und Vorteile eines Keramik-Inlays: Hohe ästhetische Ansprüche im Seitenzahnbereich Nachgewiesene Allergie gegen Metalle oder Amalgam Amalgamphobie Gute Mundhygiene Substanzschonendere Präparation Hervorragende Ästhetik Ausgezeichnete Biokompatibilität Hohe mechanische Festigkeit und schmelzähnliche Abrasionsfestigkeit Geringe Wärmeleitfähigkeit Elastizitätsmodul ähnlich dem Zahnschmelz Beste Form- und Farbbeständigkeit Unproblematisch im Kontakt mit anderen Materialien Geringe Plaqueanlagerung Gegenanzeigen: Bruxismus oder andere Parafunktionen Nachgewiesene Allergie gegen Komposite oder deren Bestandteile Stark angegriffener Zahn mit wenig ätzbarem Schmelz Keine Möglichkeit zur absoluten Trockenlegung mittels Kofferdam Gefahr eines erhöhten Abriebs der Gegenzähne (Antagonisten) Hohe Kosten (zwischen 400 und 600 €) Große Schichtstärken nötig, daher bei jugendlichen Patienten oft ungeeignet Einsetzen mit Kompositen (Fugengröße?) Bisher keine ausreichenden Langzeiterfahrungen für dentinbegrenzte Restaurationen Befestigung und Langzeitverhalten: Um einen guten Verbund mit dem Zahn zu erzielen (Randschluss), hat sich die adhäsive Befestigung bewährt. Dabei wird das Dentin gebondet und das Inlay mit einem Kunststoffzement fixiert. Der Raum zwischen Keramik und Zahn, die sogenannte Fuge, sollte eine Größe von 175 µm nicht überschreiten.
Das Langzeitverhalten von Keramik-Inlays ist bisher (Stand 2006) nicht hinreichend untersucht, insbesondere bei Studien über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren. Im Vergleich zu metallischen Inlays sind Keramik-Inlays aufgrund ihrer physischen Eigenschaften bruchgefährdeter, vor allem bei fein auslaufenden Strukturen.