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Kofferdam

Synonym: Spanngummi · Englisch: dental, rubber dam

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Kofferdam wird hauptsächlich in der Endodontie und beim Legen von Füllungen angewendet. Es handelt sich um ein Hilfsmittel aus dünnem Latexgummi. Um allergischen Reaktionen auf Latexprodukte entgegenzuwirken, sind auch puder- und latexfreie Varianten erhältlich. Der Kofferdam isoliert den zu behandelnden Zahn von der Umgebung, insbesondere von Bakterien und Feuchtigkeit in der Mundhöhle, was als absolutes Trockenlegen bezeichnet wird.

Das Hilfsmittel wurde 1864 von Sanford C. Barnum unter dem Namen "Cofferdam" in die Zahnheilkunde eingeführt. Der Name leitet sich vermutlich vom holländischen Wort "Coffern" ab, das "hermetisch abdichtbare Kammern im Inneren eines Schiffes" bedeutet. In den 1960er-Jahren verlor der Kofferdam durch die Einführung moderner Absauganlagen an Bedeutung, wird jedoch heutzutage wieder häufiger verwendet und gilt als unverzichtbar.

Der Kofferdam wird über einzelne Zähne oder Zahngruppen gespannt und mit Klammern oder Fäden entlang des Zahnfleischrandes fixiert. Alternativ können auch Wetjets oder Interdentalkeile verwendet werden. Vor der Anwendung werden Löcher in den Kofferdam gestanzt, durch die die Zahnkronen herausragen. Dies ermöglicht eine saubere und trockene Behandlung ohne Zutritt von Blut oder Speichel.

Die routinemäßige Anwendung in der zahnärztlichen Praxis ist aufgrund der umständlichen Handhabung und Patientenbeschwerden (wie eingeschränkte Kommunikation oder ein Gefühl der Enge) begrenzt. Unter Endodontologen gilt der Kofferdam jedoch als unverzichtbar, da er Sicherheit, Trockenheit und Schutz vor Spüllösungen bietet sowie die Sicht in den Wurzelkanal verbessert.

Vorteile des Kofferdams bei einer Wurzelkanalbehandlung:

Optimales Feuchtigkeitsmanagement Verbesserte Arbeitssicherheit Infektionsschutz und -prophylaxe Schutz der angrenzenden Weichgewebe Verbesserte Sicht und Qualitätssteigerung Kontraindikationen:

Schwere obstruktive Atemwegserkrankungen Klaustrophobie Epilepsie (Rücksprache mit dem Hausarzt und gegebenenfalls Prämedikation erforderlich) Bekannte oder vermutete Latexallergie (Verwendung latexfreier Produkte empfohlen) Geistige oder körperliche Behinderungen Beeinträchtigungen:

Veränderung der Zahnfarbe durch Austrocknung (reversibel) Erschwerte Nachinjektion bei Lokalanästhesie Schwierigkeit bei Röntgenaufnahmen Unzureichender Approximalkontakt bei restaurativen Maßnahmen Beklemmungsgefühl oder Atemprobleme beim Patienten Neuentwicklungen:

Optidam (KerrHawe): Ergonomischer Kofferdam mit noppenartigem Design und anatomisch gestaltetem Rahmen, der mehr Übersicht und Zeitersparnis ermöglicht. Optradam (Ivoclar Vivadent): Dreidimensional geformter Kofferdam ohne Metallklammern, ausgestattet mit flexiblen Kunststoffringen. Instidam (Loser): Sofort einsatzbereiter Kofferdam auf einem flexiblen Rahmen, bereits perforiert. Safe-T-Frame (SDS): Kofferdamrahmen aus röntgentransluzentem Kunststoffmaterial mit spezieller Profilgestaltung. Gingivaprotektoren: Flüssige Kofferdamvarianten, die das Zahnfleisch vor Bleach-Gel schützen und Undichtigkeiten abdichten. Geschichte: 1861 stellte die Firma Goodyear die Vulkanisierung vor. 1864 wurde der Kofferdam durch Sanford C. Barnum in die Zahnheilkunde eingeführt. 1882 entwickelte S.S. White die erste Lochzange, und Delos Palmer beschrieb 32 Klammertypen. 1943 wurde erstmals Latex für den Kofferdam verwendet.