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Latex

Synonym: Latexallergie, Naturkautschuk

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Latex Latexallergie, gummiartiger Grundstoff (natürlich von Kautschuk-liefernden Pflanzen oder synthetisch hergestellt) für die besonders in der Chirurgie gebräuchlichen (Einmal-)Handschuhe sowie dem Stoff Guttapercha. Seit 1998 dürfen keine gepuderten Handschuhe mehr im Gesundheitswesen verwendet werden. Das Puder hatte dafür gesorgt, dass die Latexallergene (zumeist vom Soforttyp, IgE-vermittelt oder vom Spättyp IV = Kontaktdermatitis) besser von Haut und Schleimhäuten aufgenommen wurden, und so schließlich über die Raumluft schnell in die Lunge gerieten. Dort konnten sie nach Sensibilisierung nicht nur Asthma, sondern auch einen anaphylaktischen Schock auslösen. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft (BGW) erreichte die Erkrankungsrate 1998 ihren Höhepunkt – damals wurden der BGW 1262 Fälle wegen des Verdachts auf eine berufsbedingte Latexallergie gemeldet. Nach intensiver Aufklärung in Arztpraxen und Krankenhäusern sank diese Zahl kontinuierlich. 2007 lagen bei der BGW nur noch 70 Meldungen vor, dies entspricht einem Rückgang um 95 Prozent. Die Berufsgenossenschaft hatte in der Aufklärung auf die Verwendung von puderfreien Latexhandschuhen mit niedrigem Proteingehalt oder auf Handschuhe aus Ersatzmaterial hingewiesen. Werkstoffkundlich ist zu beachten: Sowohl durch direkte Berührung mit Latex-Handschuhen, als auch durch indirekte Kontamination mit Latexpartikeln (z.B. Verwendung von Kofferdam) kann die Polymerisation von Silikon-Abdruckmaterial behindert werden. Verantwortlich hierfür scheinen in erster Linie Schwefelverbindungen zu sein. Von einer Naturlatex-Allergie sind nicht nur Beschäftigte im Gesundheitswesen und mehrfach operierte Patienten betroffen. Auch immer mehr Hausfrauen und Kinder sind sensibilisiert. Häufigste Auslöser sind Haushaltshandschuhe, Luftballons, Wäschegummis oder Kondome.