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Allergie

Synonym: Fehlleistung des Immunsystems · Englisch: allergy, hypersensitivity

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Man unterscheidet grob 4 Allergietypen:

  • Typ I-Reaktion oder Sofort-Typ (einige Sekunden bis 1 Stunde) ist die bekannte Art und mit 90 % aller A. der häufigste (z.B. Heuschnupfen, Nesselausschlag (Urticaria), Latexallergie, Hausstaub-A., Nahrungsmittel-A. und Insektenstiche). Neben örtlichen Reaktionen wie Bläschen, Rötung und Juckreiz kann es hierbei besonders zu dem u.U. tödlich verlaufenden anaphylaktischer Schock ( Anaphylaxie) kommen, bei dem mehrere Organe bis hin zum ganzen Körper allergisch reagieren.
  • Typ II und III Reaktion kommen selten vor und treten meist erst Stunden nach der Zufuhr des Allergens auf
  • Typ IV-Reaktion oder Spät-Typ, tritt meist erst nach Tagen auf. Antikörper und Allergene reagieren nicht unmittelbar, sondern durch Vermittlung bestimmter Körperzellen, die sich mit den Allergenen verbinden Hierzu zählen die meisten Arzneimittelallergien (Penicilline gelegentlich zum Typ I; siehe weiter unten) und Kontaktallergien (Nickel ist nach wie vor das mit Abstand häufigste Kontaktallergen in Mitteleuropa. Frauen sind wesentlich häufiger sensibilisiert als Männer). Ihre Auswirkungen sind nicht so schwer wie beim Typ I, wegen des längeren Zurückliegens der Allergenzufuhr aber schwerer zu behandeln, da sich die Suche nach dem verantwortlichen Stoff manchmal äußerst schwierig gestaltet. Davon abzugrenzen ist die Pseudo- oder "physikalisch ausgelöste" Allergie: Nach Kontakt mit bestimmten Stoffen oder nach physikalischen Reizen treten allergische Symptome auf, ohne eine Beteiligung des Immunsystems zu haben. Es kommt zu keiner Sensibilisierung oder Antigen-Antikörper-Reaktion, sondern die Stoffe lösen direkt eine Freisetzung des Botenstoffs Histamin aus.

Stress kann allergische Symptome verstärken bzw. einen Schub ebenso auslösen, wie umgekehrt in Stresspausen ebenso allergische Schübe bekannt sind. So zählen Bronchialasthma, Neurodermitis und Nesselausschlag zu den typischen A. psychischer Natur.

Zur Auslösung einer allergischen Reaktion auf der Mundschleimhaut sind im Vergleich zur Haut etwa 5-10fach höhere Konzentrationen erforderlich. Diese verminderte Reaktionsbereitschaft ist durch anatomische und physiologische Besonderheiten (fehlender Fettfilm, Speichelfluss, intensivere Resorptionsfähigkeit und damit schnellerer Abtransport, schnellerer fermentativer Ab- oder Umbau der Allergene) bedingt. Es wird eine (unsichere) Prävalenz von einem Prozent diskutiert.