Trockenlegen
Synonym: Trockenlegung (des zahnärztlichen Arbeitsfeldes) · Englisch: dry working field, dry field dentistry
Trockenlegemaßnahmen zur Schaffung vorübergehender, feuchtigkeitsarmer bzw. -freier Verhältnisse in der Mundhöhle, um eine adäquate Verarbeitung von zahnärztlichen Materialien zu ermöglichen bzw. als Voraussetzung für bestimmte Behandlungstechniken. In der Regel werden diese Maßnahmen ausschließlich mit mechanischen Hilfsmitteln (Speichelsauger, Watterolle, Parotisrolle, Saugstreifen, Kofferdam) durchgeführt, nur äußerst selten kommt der Einsatz von Medikamenten hinzu. Die Durchführung erfolgt meist durch das zahnärztliche Assistenzpersonal. Es wird zwischen folgenden Methoden unterschieden:
Relatives Trockenlegen: Einlegen von Watterollen bzw. speziellen Modifikationen (Parotisrolle, Saugstreifen) in die Umschlagfalte und/oder den Mundboden in Kombination mit einem Speichelsauger. Anschließend wird das Arbeitsfeld (Kavität, Zahnstumpf) mit angewärmter Luft trocken gepustet. Diese Methode ist relativ unsicher, da ein Schluckvorgang, Atemluft oder übermäßige Speichelproduktion das Arbeitsfeld schnell wieder mit Feuchtigkeit benetzen können. Sie ist im Oberkiefer zuverlässiger als im Unterkiefer. Spezielle Hilfsmittel (Automaton, Haller-Klammer) können zusätzlich eingesetzt werden.
Absolutes Trockenlegen: Erfolgt durch den Einsatz von Kofferdam. Dieses Verfahren ist bei vielen konservierenden und endodontischen Behandlungen wünschenswert und bietet eine Reihe von Vorteilen, obwohl aufgrund der Atemluft in der Mundhöhle nie eine 100-prozentige Trockenheit des Arbeitsfeldes erreicht werden kann. Die Vorteile sind:
Optimierte Verarbeitungsbedingungen bei Füllungswerkstoffen, besonders bei Kompositen Sicherung des Arbeitsfeldes vor Kontamination mit Speichel und darin enthaltenen Keimen Schutz des Patienten vor dem Verschlucken und Einatmen von Fremdkörpern und Kleininstrumenten