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Kompomere

Synonym: Kompomerepolysäuremodifiziertes Komposite · Englisch: compomere

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Kompomere sind zahnfarbene Füllungswerkstoffe, die als Kombination aus Glasionomerzement (GIZ) und Kunststoff (matrixmodifiziertes Komposit) gelten. Sie werden heute als eine Untergruppe der Komposite eingeordnet. Der Begriff „Kompomere“ suggeriert eine Mischung aus Kompositen und Glasionomerzement, was jedoch nicht korrekt ist. Vielmehr enthalten die Kompomere in ihrer Matrix bifunktionelle säuremodifizierte Monomere. Diese ermöglichen neben der klassischen Lichthärtung auch eine Säure-Base-Reaktion unter Feuchtigkeitseinfluss, wodurch eine Verarbeitung in relativ feuchtem Milieu erleichtert wird. Aufgrund des Kompositanteils ist eine adhäsive Anbindung an die Zahnhartsubstanz erforderlich, beispielsweise durch PSA-Primer.

Seit 1984 auf dem Markt (z. B. Dyract®, DeTrey), zeichnen sich Kompomere durch eine hohe Elastizität aus, die mit der von Mikrofüllerkompositen vergleichbar ist. Sie weisen jedoch eine geringere Härte und die guten Haftfähigkeiten von Glasionomerzementen am Zahn auf. Dies prädestiniert sie für den Einsatz im Zahnhalsbereich (Black-Klasse-V-Läsionen), bei Milchzähnen und als Stumpfaufbaumaterial. Aufgrund mangelnder Materialfestigkeit und der Neigung zu Verformungen sind sie jedoch nicht für die endgültige Versorgung im Backenzahngebiet von Erwachsenen geeignet. Weiterentwicklungen wie Dyract eXtra™ sollen jedoch signifikante Verbesserungen bieten.

Ähnlich wie Glasionomerzemente haben Kompomere die Fähigkeit, beigefügte Fluoride in kleinen Mengen allmählich freizusetzen. Dies führt zu einer kariesvorbeugenden Wirkung am Füllungsrand und schützt vor Randspaltkaries. Bekannte Produkte in dieser Kategorie sind Compoglass®, Dyract®, und Hytac®, wobei Dyract™ (Dentsply DeTrey) als Standard gilt, ergänzt durch neuere Varianten wie Dyract™ eXtra. Kompomere werden in der Regel durch Lichthärtung ausgehärtet.

Im Milchzahngebiss werden mittlerweile auch "Glitzerfüllungen" auf Kompomer-Basis angeboten. Die Farbgebung wird hierbei durch Silikat- oder Kaliumbeimischungen erzielt. Langzeitstudien zu diesen speziellen Anwendungen liegen bislang nicht vor.