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Zähneknirschen

Synonym: Bruxismus, Zahnpressen, Parafunktion der Kaumuskulatur · Englisch: teeth gritting, gnashing, bruxism

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

ähneknirschen, fachsprachlich als Bruxismus bezeichnet, ist eine unbewusste, meist parafunktionale Aktivität der Kaumuskulatur, bei der die Zähne durch Pressen oder Reiben aufeinandergepresst werden. Es tritt vor allem während des Schlafens (schlafbezogener Bruxismus) oder im Wachzustand (wachbezogener Bruxismus) auf und kann zu erheblichen Zahnschäden sowie muskulären und gelenkbezogenen Beschwerden führen.

Die Ursachen für Bruxismus sind multifaktoriell. Neben psychischen Faktoren wie Stress, Angst oder emotionaler Anspannung spielen auch okklusale Störungen, genetische Prädispositionen, neurologische Erkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente eine Rolle.

Typische Folgen des Zähneknirschens sind übermäßiger Zahnschmelzabrieb (Abrasion), Risse im Zahnschmelz, überempfindliche Zähne, Kiefergelenkbeschwerden (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD) sowie Verspannungen der Kaumuskulatur, die zu Kopf- oder Gesichtsschmerzen führen können.

Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchungen, Anamnese und gegebenenfalls durch polysomnografische Untersuchungen bei Verdacht auf eine schlafbezogene Störung. Therapeutische Maßnahmen beinhalten die Anfertigung von Aufbissschienen (Knirscherschienen) zur Reduktion der Zahnschäden, physiotherapeutische oder stressreduzierende Maßnahmen sowie, in bestimmten Fällen, medikamentöse oder verhaltenstherapeutische Ansätze.

Da Bruxismus langfristig zu erheblichen Zahnschäden und funktionellen Beschwerden führen kann, ist eine frühzeitige Diagnostik und individuell angepasste Therapie essenziell.