Einlage medikamentöse
Synonym: medikamentöse · Englisch: medicated filling
Schlagwortbezeichnung für eine im Rahmen einer Gangrän- oder Wurzelkanalbehandlung gebräuchliche Methode zur Desinfektion des infizierten Wurzelkanals für einen bestimmten Zeitraum; vereinzelt auch für das Einbringen eines Medikamentes bei Caries profunda o. Wundheilungsstörungen gebraucht. Es wird eine mit einem bakterienabtötenden Medikament (z.B. ChKM, Chorhexidin) getränkte Papierspitze in den Wurzelkanal gebracht und ggf. mehrmals gewechselt. Andere Methoden bringen in den infizierte Wurzelkanal desinfizierende Calciumhydroxyd- oder Antibiotika- / Corticoidhaltige Pasten (z.B. Ledermix®) ein. Ein neues Präparat ("Speikosept") arbeitet mit einem 2-prozentigen Chlorhexidin-Gel. Zur Frage, ob nach einer Wurzelkanaleinlage der präparierte Wurzelkanal offen gelassen werden sollte, geht man heute davon aus, dass nur bei sehr akuten Prozessen der Kanal zur Druckentlastung maximal einige Tage lang offen gelassen werden sollte, in den meisten Fällen aber nach Spülen mit NaOCl und entsprechender Trocknung, diese mit einer E. oder gleich mit dem endgültigen Wurzelfüll-Präparat abgefüllt und provisorisch verschlossen werden sollten, um eine Reinfektion aus der Mundhöhle vorzubeugen ("One Step Technik"). Medikamentöse Einlagen mit Cortison-Präparaten (z.B. Ledermix®) oder Paraformaldehyd, wie sie früher üblich waren, sind heute obsolet. Apexifikation, Calciumhydroxid, Chlorphenol, Dochtdrainage, Formokresol, Gangränbehandlung, Reaktionsdiagnostik, Schweizer Paste, Vitalerhaltung, Walkhoff-Paste, Wurzelkanalbehandlung, Zauberpaste Ausheilung eines apicalen Defektes mittels ChKM ©: Dr. Robin Mohr konservative Behandlung eines apicalen Granuloms mittels Calciumhydroxid-Einlage.
Schlagwörter