Formokresol
Synonym: Buckley-Lösung, Formol-Kresol-Lösung · Englisch: formocresol
Formokresol, auch als Buckley-Lösung bekannt, ist eine Mischung aus Formaldehyd (19 %), Kresol (35 %) sowie Glycerin und Wasser. Die Lösung wurde traditionell in der Zahnmedizin als Desinfektionsmittel und Fixationsmittel in infizierten Wurzelkanälen sowie bei der Vitalamputation von Milchzähnen verwendet.
Anwendung:
- Desinfektion des Wurzelkanals: Formokresol wurde als Einlage zur Desinfektion infizierter Wurzelkanäle eingesetzt, insbesondere bei Pulpanekrosen und schwerwiegenden Infektionen.
- Vitalamputation: Bei der Vitalamputation von Milchzähnen diente es zur Fixierung der verbleibenden Pulpa und zur Reduktion von Bakterien. Ziel war es, den Zahn zu erhalten und gleichzeitig Schmerzen und Entzündungen zu lindern.
Vorteile: Formokresol zeigte gute klinische Ergebnisse, insbesondere bei der Behandlung von Milchzähnen mit Pulpagangrän. Es war effektiv bei der Keimreduktion und verhinderte oft die Notwendigkeit einer Zahnextraktion.
Kritik und heutige Bedeutung: Die Verwendung von Formokresol ist heute aufgrund der toxikologischen und gesundheitlichen Bedenken stark eingeschränkt. Formaldehyd, ein Hauptbestandteil von Formokresol, ist als potenziell krebserregend eingestuft. Zudem besteht das Risiko, dass die Substanz durch Resorption in den Körper gelangt und systemische Schäden verursacht.
Obwohl Formokresol in einigen Ländern und spezifischen Situationen noch begrenzt verwendet wird, bevorzugen moderne zahnmedizinische Richtlinien alternative Materialien wie Kalziumhydroxid oder Mineral Trioxide Aggregate (MTA), die als sicherer gelten und ähnliche klinische Ergebnisse erzielen.
Die Verwendung von Formokresol wird in der Zahnmedizin daher zunehmend obsolet, bleibt aber ein historisch wichtiger Meilenstein in der Entwicklung von Behandlungsmethoden für infizierte Milchzähne.