Vitalamputation
Synonym: VitA, Pulpaamputation, Teilentfernung eines (lebenden) Zahnnervs, Pulpotomie · Englisch: vital amputation
Vitalamputation ist ein Verfahren, bei dem unter örtlicher Betäubung die erkrankte Kronenpulpa entfernt wird, mit dem Ziel, die verbleibende Wurzelpulpa lebendig zu erhalten. Es wird in zwei Verfahren unterteilt.
Das Vitalverfahren, auch vitale Pulpotomie genannt, erfolgt unter Einsatz von Calciumhydroxid, was zu einer Tertiärdentinbildung führt. Das Ziel ist eine vollständige Überdeckung der Pulpa-Wurzelstümpfe mit körpereigenem Dentin. Dieses Verfahren erfordert eine sehr enge Indikationsstellung und ist nur bei einer absolut entzündungsfreien Wurzelpulpa erfolgreich. Es wird auch das autologe Dentinimplantat erwähnt.
Das modifizierte Vitalverfahren, auch therapeutische Pulpotomie genannt, erfolgt bei einer irreversiblen Pulpitis und unter Anwendung von Formokresol. Dieses Amputationsmittel, das 1904 von Buckley beschrieben wurde, enthält Formaldehyd, Trikresol, Glycerin und Aqua dest. in einer 1:5 Verdünnung. Es hat eine bakterizide Wirkung und sorgt für eine Fixation sowie Desinfektion der entzündeten Wurzelpulpa. Dadurch kann die Indikation hier weiter gefasst werden als beim Vitalverfahren.
Das Verfahren wird nur noch im Milchzahngebiss oder bei Jugendlichen angewendet, bei denen das Wurzelwachstum der bleibenden Zähne noch nicht abgeschlossen ist. Die Heilungsaussichten hängen vom Grad der Entzündung des Nervs ab und sind bei Kindern und Jugendlichen günstiger als bei Erwachsenen. In einigen Fällen wird es auch angewendet, wenn aus ökonomischen Gründen eine Wurzelkanalbehandlung akut nicht in Frage kommt und Schmerzen beseitigt werden sollen, ohne den Weg der Extraktion zu gehen.