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Entzündung

Synonym: Inflammation, entzündliche Reaktion · Englisch: inflammation

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Eine Entzündung (Inflammation) ist eine körpereigene Abwehrreaktion auf schädliche Reize wie Infektionen, Verletzungen oder chemische Einwirkungen. Sie wird durch die Einwanderung weißer Blutkörperchen (Leukozyten) in das betroffene Gewebe eingeleitet. Die klassischen Anzeichen einer Entzündung wurden erstmals von Aulus Cornelius Celsus beschrieben: rubor (Rötung), calor (Überwärmung), tumor (Schwellung), dolor (Schmerz) und functio laesa (gestörte Funktion).

Im entzündeten Gewebe spielen verschiedene chemische und zelluläre Prozesse eine Rolle:

  1. Botenstoffe: Substanzen wie Interleukin-6 (IL-6) treiben die Entzündung voran, während andere, wie Interleukin-27, hemmend wirken. Bradykinin aktiviert M-Typ-Kaliumkanäle in schmerzsensiblen Nerven und trägt zum Entzündungsschmerz bei.

  2. Leukozyten: Neutrophile Granulozyten und Makrophagen dringen in das Gewebe ein, um schädliche Mikroorganismen zu bekämpfen und Schadstoffe zu entfernen. Die Leukozyten orientieren sich dabei über das Adhäsionsmolekül L-Selectin, das ihnen den Weg zeigt.

  3. Energiestoffwechsel: In entzündetem Gewebe, das oft sauerstoffarm ist, stellen Immunzellen ihren Stoffwechsel auf anaerobe Glykolyse um, reguliert durch den hypoxia-inducible factor-1 alpha (HIF-1a). Ohne diese Anpassung können sie nicht überleben oder ihre Funktion erfüllen. Entzündungen können akut oder chronisch verlaufen. Während akute Entzündungen den Heilungsprozess unterstützen, können chronische Entzündungen zu Gewebeschäden und Erkrankungen wie Rheuma, Arteriosklerose oder Diabetes führen. Bei Tumoren tragen entzündliche Prozesse zur Angiogenese (Gefäßneubildung) bei.

Medizinische Relevanz: Die gezielte Modulation von Entzündungsprozessen, z. B. durch Hemmung von HIF-1a, bietet neue Therapieansätze bei entzündlichen Erkrankungen, Sepsis oder Autoimmunerkrankungen. Gleichzeitig muss eine übermäßige Unterdrückung der Entzündung vermieden werden, da sie die Immunbarriere schwächen könnte.