Autoimmunerkrankungen
Synonym: Autoagressionserkrankungen · Englisch: autoimmune disease
Eine Autoimmunerkrankung beschreibt den Angriff des Immunsystems auf körpereigene Stoffe/Zellen (sog. Autoagression durch autoreaktive Zellen wie z.B. B- und T-Zellen); das Immunsystem kann dabei "Eigen" von "Fremd" nicht mehr unterscheiden und so u.U. schwere Selbstzerstörungsprozesse verursachen. Als Ursache der fehlgerichteten Immunreaktion werden entsprechende genetische Anlagen in Kombination mit Umweltfaktoren vermutet. Verantwortlich für den Angriff sind dann in erster Linie für die Immunabwehr wichtige Abwehrfaktoren, die T-Zellen. Im gesunden Körper werden sie, wenn sie auf körpereigene Strukturen reagieren, in der Thymusdrüse vernichtet. Weiter findet im gesunden Körper in den Lymphknoten und der Milz beständig eine Art Qualitätskontrolle statt, die sicherstellt, dass keine Abwehrreaktion gegen körpereigene Strukturen entsteht. Man unterscheidet organspezifische A., bei denen nur die Zellen des betreffenden Körperteils angegriffen werden (z.B. Zahnhalteapparat, Bauchspeicheldrüse, Nebenniere, Niere, Schilddrüse) von denen den gesamten Organismus befallenden A. – bekanntester Formenkreis sind hier viele rheumatische Erkrankungen.