Apoptose
Synonym: genetisch programmierter Zelltod · Englisch: apoptosis
Abgeleitet aus dem Griechischem für "das Fallen der Blätter im Herbst"; eine der Formen des Absterbens einer Körperzelle: Während bei der Nekrose durch äußere Einflüsse meist ein bestimmtes Zellgebiet/Organ abstirbt, setzt die A. ein genetisch gesteuertes Programm für den gezielten "Zell-Selbstmord" in Gang, der in aller Regel immer nur einzelne Zellen betrifft. Die etwa 100 Billionen Zellen unseres Körper, welche einem Alterungsprozess unterliegen werden durch mehrere Milliarden täglich neu gebildet, um verbrauchte, funktionsunfähige oder beschädigte Zellen zu ersetzen. Fehler in diesem Selbstmordprogramm, die entweder zu vermehrtem oder vermindertem Zelltod führen, können Ursachen für Krankheiten wie Krebs, Rheuma, Alzheimer oder Parkinson sein. Da bei dieser Form des Zelltodes die Zellmembran intakt bleibt, kommt es durch die sofortige Phagozytose nicht zu einer Ausschüttung von Zellinhalt in das umliegende Gewebe, wodurch die Ausbildung einer Entzündungsreaktion vermieden wird: Die sterbende Zellen senden ein Phospholipid (Lysophosphatidylcholin, LPC) als lösliches Anziehungssignal aus (BIR-Repeat containing Ubiquitin-Conjugating Enzyme (BRUCE)). Dieses dirigiert Phagozyten - so genannte Fresszellen - chemotaktisch zu der sterbenden Zelle, ein Prozess, der die rechtzeitige Beseitigung der apoptotischen Zelle vor dem Auftreten der sekundären Nekrose einleitet. Wird die apoptotische Zelle jedoch nicht rechtzeitig entsorgt, platzt sie auf und der freigesetzte Zellinhalt verursacht eine allgemeine Entzündungsreaktion. Nach neueren Erkenntnissen kann dies mit zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen beitragen.
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