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Diabetes

Synonym: Zuckerkrankheit, Diabetes · Englisch: diabetes mellitus

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) aufgrund einer Insulinresistenz, eines Insulinmangels oder beider gekennzeichnet ist. Diese Erkrankung ist mit vielfältigen systemischen Komplikationen verbunden, darunter einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und gestörter Wundheilung.

Diabetes und Zahnmedizin: Aus zahnärztlicher Sicht gehört Diabetes zu den Hauptrisikofaktoren für Parodontalerkrankungen. Die Prävalenz von Parodontitis ist bei Diabetikern etwa dreimal so hoch wie bei Nichtdiabetikern. Gleichzeitig beeinflusst eine unbehandelte Parodontitis die Blutzuckereinstellung negativ, was die Erkrankung weiter verschärfen kann.

Mechanismen der erhöhten Anfälligkeit:

  • Gestörte Immunfunktion: Überschüssige Glukose bindet an Immunglobuline und verringert deren Abwehrleistung. Granulozyten, wichtige Bestandteile der Immunabwehr, verlieren bei Diabetikern an Effektivität.
  • Beeinträchtigte Mikrozirkulation: Eine häufig schlechtere Durchblutung der Kapillaren reduziert die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gewebes. Dadurch steigt die Anfälligkeit für Infektionen.
  • Genetische Prädisposition: Ein Zusammenhang zwischen bestimmten IL-1-Genotypen (z. B. IL-1B (-511) und IL-1B (+3954)) und einem erhöhten Risiko für schwere Parodontitis wurde nachgewiesen.

Wundheilung und operative Eingriffe: Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für gestörte Wundheilung und postoperative Infektionen. Daher wird häufig der prophylaktische Einsatz von Antibiotika bei zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen empfohlen.

Statistische Daten: 66 % aller Diabetiker zeigen parodontale Zerstörungen. 43 % weisen eine schwere Parodontitis auf. Die Prävalenz schwerer Parodontitis steigt mit der Verschlechterung der Blutzuckereinstellung.