Ledermix ®
Synonym: Ledermischung, Lederkomposition, Lederzusammensetzung
Ledermix ®, 1962 in die Endodontie eingeführtes und umstrittenes Kombinationspräparat (Gemisch aus Cortison (Triamcinolon) und einem Antibiotikum), wird zur Behandlung (Schmerzstillung) eines entzündeten Zahnnervs oder bei der Gangrän-Behandlung eingesetzt (http://www.ledermix.de/). Die Wirkungsweise wird wie folgt beschrieben: In der ersten Phase einer Nerventzündung kommt es zu einer ödematösen Schwellung, was zu einer starken Druckerhöhung innerhalb der Pulpenhöhle führt. Schmerzen treten auf, und die Pulpa stirbt allmählich ab, weil die Blutzirkulation durch eine "Eigenblockade" am Apex gestört oder unterbrochen ist. Das im Ledermix enthaltene Corticoid sorgt durch seine entzündungshemmende Wirkung für eine rasche Erleichterung, da der Druck abgebaut wird. Um der durch das Corticoid bedingten Abwehrschwäche zu begegnen, enthält Ledermix zusätzlich ein Tetrazyklin, das in hoher lokaler Konzentration gegen die meisten Erreger in der Pulpa wirkt. Das Medikament lindert zwar meist die akuten Beschwerden, bewirkt jedoch keine echte Heilung. Gegner dieser Therapie argumentieren, dass das Corticosteroid, trotz seiner bekannten Wirkungen, die Entzündung unterdrückt, aber einer schleichenden Devitalisierung (Abtötung des Zahnnervs) mit nachfolgender chronischer apicaler Parodontitis Vorschub leistet. Zusätzlich könnten Sensibilisierungen und Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2000 besagt, dass Ledermix – trotz kontroverser Diskussion – in 68 % der Zahnarztpraxen (n = 712) in Deutschland zur Behandlung eingesetzt wird; in der Schweiz liegt dieser Wert bei 81 %.