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Gangrän

Synonym: Pulpagangrän, Faulbrand, Zahnmarkbrand, eitrige Pulpennekrose · Englisch: gangrene (dental pulp gangrene)

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Gangrän bezeichnet den bakteriellen Zerfall der Zahnpulpa (Pulpagangrän) infolge einer Infektion, die durch bakterielle, chemische oder physikalische Reize ausgelöst wurde. Dabei handelt es sich um eine Form der Kolliquationsnekrose, bei der die abgestorbene Zahnpulpa faulig zerfällt. Während dieses Prozesses entstehen Gase wie Ammoniak, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff, die für den charakteristischen Geruch und die pathologische Gewebsveränderung verantwortlich sind.

Die häufigste Ursache einer Pulpagangrän ist eine unbehandelte Caries profunda, die zu einer Eröffnung der Pulpenhöhle und einer bakteriellen Infektion führt. Wenn die Pulpenhöhle durch die Kaufläche verschlossen bleibt, können die Gase nicht entweichen. Infolgedessen treten die Zersetzungsprodukte über das Foramen apicale (Wurzelspitzenöffnung) in den umliegenden Kieferknochen aus. Dies kann die Anfangsstadien einer Parodontitis apicalis verursachen, die sich entweder langsam zu einem Granulom entwickelt oder in einem akuten, äußerst schmerzhaften Prozess (Parodontitis apicalis acuta) manifestiert. Typische Symptome sind Klopfempfindlichkeit, ein Gefühl des "Längerwerdens" des Zahnes und starke Schmerzen.

Je nach Feuchtigkeitsgehalt des zerfallenden Gewebes wird zwischen einer trockenen Gangrän (wenig Wasser im Gewebe) und einer feuchten Gangrän unterschieden.

Die Behandlung erfolgt in akuten Fällen durch eine Trepanation (Eröffnung der Pulpenhöhle) oder eine Schrödersche Lüftung, um die Gase abzulassen und sofortige Schmerzfreiheit zu erzielen. Langfristig wird der betroffene Zahn einer Wurzelkanalbehandlung unterzogen oder bei weitreichendem Gewebeverlust extrahiert.

Die Prävention einer Pulpagangrän liegt in der frühzeitigen Behandlung tiefer kariöser Läsionen (Caries profunda) sowie in regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen.