Zum Hauptinhalt springen

Zahnmark

Synonym: Pulpa, Zahnpulpa, Zahnnerv, Zahninnere · Englisch: dental pulp

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Das Zahnmark (Pulpa) ist ein weiches Gewebe, das sich im Inneren des Zahns befindet und von Dentin umgeben ist. Es liegt im Pulpenkavum (Pulpencavum) und erstreckt sich von der Zahnkrone bis in die Wurzelkanäle. Das Zahnmark erfüllt wesentliche Funktionen in der Zahnentwicklung, der Ernährung des Zahns sowie der Wahrnehmung von Reizen.

Anatomisch besteht die Pulpa aus lockerem, gut durchblutetem Bindegewebe, das von einem Netzwerk aus Blutgefäßen, Lymphgefäßen und Nervenfasern durchzogen wird. Die Pulpa enthält zudem Zellen wie Fibroblasten, Odontoblasten (Zellen, die Dentin bilden) sowie Stammzellen, die an der Regeneration des Gewebes beteiligt sind. Das Gewebe ist von einer hohen Stoffwechselaktivität geprägt und reagiert sensibel auf äußere Einflüsse wie thermische, chemische oder mechanische Reize.

Die Hauptaufgabe des Zahnmarks liegt in der Versorgung des Zahns mit Nährstoffen und Sauerstoff, was durch das dichte Gefäßnetzwerk gewährleistet wird. Darüber hinaus ist die Pulpa maßgeblich an der Bildung von Dentin beteiligt, insbesondere in Reaktion auf Verletzungen oder Karies (reparatives Dentin). Sie ist auch für die Schmerzempfindung des Zahns verantwortlich, da sie über sensorische Nervenfasern verfügt, die Reize ans zentrale Nervensystem weiterleiten.

Erkrankungen des Zahnmarks, wie eine Pulpitis (Entzündung der Pulpa), entstehen häufig durch bakterielle Infektionen infolge von Karies oder Traumata. Unbehandelt kann dies zu einem Absterben der Pulpa (Pulpanekrose) und zur Entwicklung einer apikalen Parodontitis führen. Die endodontische Therapie (Wurzelbehandlung) dient in solchen Fällen dazu, das entzündete oder abgestorbene Pulpengewebe zu entfernen und die Wurzelkanäle zu desinfizieren und zu füllen.