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Functio laesa

Synonym: Funktionseinschränkung, Funktionelles Defizit · Englisch: impaired function

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Functio laesa bezeichnet die gestörte oder eingeschränkte Funktion eines Gewebes, eines Körperteils oder eines Organs. Sie ist eines der fünf klassischen Entzündungszeichen, die erstmals von dem antiken Mediziner Galen beschrieben und bis heute in der medizinischen Diagnostik verwendet werden.

Die fünf Entzündungszeichen (Kardinalsymptome) sind:

  • Rubor (Rötung),
  • Calor (Erwärmung),
  • Tumor (Schwellung),
  • Dolor (Schmerz),
  • Functio laesa (gestörte Funktion).

Die Functio laesa tritt infolge von Gewebeschädigungen auf, die durch die entzündliche Reaktion verursacht werden. Diese können mechanische Einschränkungen, wie Schwellungen, oder chemische Einflüsse, wie die Wirkung von Entzündungsmediatoren, umfassen.

Ursachen und Mechanismen Die gestörte Funktion entsteht durch:

  • Ödeme und Schwellungen, die die Beweglichkeit einschränken.
  • Schmerz, der die normale Nutzung des betroffenen Gewebes hemmt.
  • Zell- oder Gewebeschäden, die die physiologische Funktion beeinträchtigen (z. B. eingeschränkte Muskelkraft oder Organleistung).
  • Freisetzung von Entzündungsmediatoren, wie Prostaglandinen, die den Funktionsverlust verstärken können.

Bedeutung in der Diagnostik Die Functio laesa dient als wichtiges klinisches Kriterium zur Identifikation und Bewertung von entzündlichen Prozessen. Sie kann Hinweise auf den Schweregrad und die Lokalisation der Entzündung liefern. Beispiele:

  • Bei einer Arthritis (Gelenkentzündung) äußert sich die Functio laesa in einer verminderten Beweglichkeit des betroffenen Gelenks.
  • Bei einer Pneumonie (Lungenentzündung) kann die Functio laesa in Form einer eingeschränkten Sauerstoffaufnahme auftreten.

Therapeutische Relevanz Die Behandlung der Functio laesa zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren und die normale Funktion des Gewebes oder Organs wiederherzustellen. Dies kann durch:

  • Entzündungshemmende Medikamente (z. B. NSAR, Kortikosteroide),
  • Physiotherapie, um die Beweglichkeit zu verbessern,
  • Chirurgische Maßnahmen zur Wiederherstellung geschädigter Strukturen erfolgen.

Die Functio laesa verdeutlicht die Auswirkungen von Entzündungen auf die Funktionalität des Körpers und betont die Wichtigkeit einer frühzeitigen und zielgerichteten Therapie.