Granulom
Synonym: Eitersäckchen, Granuloma, beherdeter Zahn · Englisch: granuloma
Schlagwortbezeichnung für eine abgegrenzte Ansammlung von Granulationsgewebe als Reaktion auf entzündungsauslösende Stoffe (meist Mikroorganismen); in der ZHK meist als Synonym für eine Paradontitis apicalis chronica gebraucht. Generelle Einteilung in: apikales Granulom am häufigsten im Kieferbereich vorkommende Entzündungsreaktion aus lymphozytenhaltigem Granulationsgewebe als Schutzreaktion (mit bindegewebiger "Abkapselung") an der Wurzel von devitalen ("toten") Zähnen vorkommend. Das G. ist in der Regel mit denselben Keimen besiedelt, wie diese auch im endodontische Hohlraumsystem selbst anzutreffen sind. Es kann als Krankheitsherd u.U. den ganzen Körper beeinflussen ("Störfelder", Fokalinfektion). Gelegentliche Entartung zu einer (gutartigen) Zyste. Bei verminderter Abwehrlage des Körpers können G. zu einer "dicken Backe" bis hin zur Osteomyelitis führen. Vereinzelt kann sich der verflüssigte Inhalt eines G. einen Kanal durch den Kieferknochen und die Mundschleimhaut bahnen (Fistel). Bei etwa 15 % der im Röntgenbild als apikales Granulom erscheinenden Veränderungen handelt es sich um radikuläre Zysten. Eine Therapie besteht meist in einer Wurzelkanalbehandlung mit wechselnden medikamentösen Einlagen bis zur Auflösung des G. als Folge des Wegfalls des Entzündungsreizes oder Wurzelspitzenresektion mit G.-Entfernung. Im Extremfall (vernachlässigtes Gebiss, mangelnde Patienten-Compliance, fortgeschrittene Erkrankung des Zahnhalteapparates) in einer Extraktion des Zahnes eosinophiles Granulom mit einem bevorzugten Vorkommen im Kieferkörper oder dem Alveolarfortsatz des Unterkiefers. Ferner kommen Herde im Schädeldach und in den Weichteilen vor. Die Knochenherde zeigen sich nach außen als Auftreibungen des Knochens oder als knotige bzw. diffuse Verdickungen des Zahnfleisches. Im Röntgenbild (s. Abb.) findet man scharf abgegrenzte zystische Aufhellungen oder unscharf begrenzte knochenzersetzende Prozesse ohne direkte Zahnbeteiligung. Durch Abbau des Kieferknochens kann es zu Zahnlockerung bzw. Zahnausfall kommen. Eine Therapie besteht in einer Exkochleation ("Auskratzung"), ggf. Entfernung von Zähnen. Neben der beschriebenen isolierten Form ("solitäres Auftreten") werden noch unterschieden: eine chronisch-generalisierte Form = Morbus Hand-Schüller-Chistian (s. Abb.) eine akut-generalisierte Form = Morbus Abt-Letterer-Siwe internes Granulom,.
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