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Parodontitis marginalis

Synonym: Zahnbettentzündung, Alveolarpyorrhö, laienhaft, Parodontose · Englisch: primary periodontitis, pyorrhoea alveolaris

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Parodontitis marginalis ist eine bakteriell hervorgerufene Entzündung der marginalen Bereiche des Zahnbettes, die unbehandelt zu einer progressiven, irreversiblen Destruktion des Zahnhalteapparates führt. Ursachen sind bakterielle Beläge (Plaque), aber auch genetische Faktoren und Allgemeinerkrankungen (z. B. nicht eingestellter Diabetes mellitus). Der Parodontitis marginalis geht fast immer eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) voraus. Sie wird unterteilt in parodontitis marginalis superficialis: Entzündung aller Anteile des marginalen Parodontiums mit einem Knochenabbau, der auf maximal ein Drittel der Wurzellänge beschränkt ist. Parodontitis marginalis profunda: Entzündung aller Anteile des marginalen Parodontiums mit Knochenabbau von mehr als zwei Drittel der Wurzellänge. In Deutschland leiden etwa 10–20 % der Bevölkerung (Stand 2008) an einer schweren Form der Parodontitis marginalis. Häufige Symptome sind Zahnfleischentzündungen mit fortschreitendem Knochenverlust, Zahnfleischblutung und Abszesse, Zahnlockerungen und -wanderungen sowie Zahnverlust durch starke Lockerung. Die dabei bestehende Zahnfleischtasche (parodontale Tasche) weist im Gegensatz zur physiologischen, gingivalen Tasche einen Attachmentverlust auf. Der größte Teil der parodontalen Tasche ist von Wurzelzement und Taschenepithel begrenzt. Am Boden der Tasche besteht, wie in der Gingivatasche, ein reißverschlussartiger Epitheleinriss, sodass der Taschenboden allseits von Epithel ausgekleidet ist.